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Bad Oldesloe : Risse und Löcher im Rathaus – das wird teuer

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Umbau des ehemaligen Amtsgerichts zum Kultur- und Bildungszentrum (KuB) verursacht auch bislang ungeplante Kosten bei Sanierung des historischen Rathauses.

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2014 | 14:31 Uhr

Neugierig schauten sich die Mitglieder des Oldesloer Hauptausschusses im historischen Rathaus um. Das Gebäude wird gegenwärtig nicht genutzt, weil es zum Ensemble des neu entstehenden Kultur- und Bildungszentrums (KuB) gehören soll. Für die perfekte An- und Einbindung in den im Bau befindlichen Gebäudekomplex, muss auch im Rathaus einiges getan werden.

Im leergeräumten Veranstaltungssaal informierte Kämmerin und Projektleiterin Mandy Treetzen gemeinsam mit Architektin Frauke Busdiecker vom ausführenden Büro Sunder-Plassmann über den Fortschritt der Arbeiten. Dabei wurde das Augenmerk vor allem auf das klassizistische Rathaus von Baumeister Christian Frederik Hansen (erbaut 1803 bis 1806) gelegt.

Uwe Rädisch (CDU) fragte besorgt nach, ob alles mit dem Denkmalschutz abgestimmt sei. Architektin Frauke Busdiecker: „Wir sind in engem Kontakt mit der unteren Denkmalschutzbehörde. Und es hilft ja auch nichts: Wir müssen die aktuellen Brandschutzauflagen umsetzen“, erklärte sie.

Bei der Begehung des Rathaus wurde erlebbar, was getan werden soll oder möglich wäre und wie sich die aktuelle Situation der Räume darstellt. „Viel ist hier ja noch nicht passiert. Sieht aus wie vor zwei Monaten“, war fast durchgängig die Meinung unter den Ausschussmitgliedern.

Treetzen betonte, dass man sich erst am Beginn eines Prozess befinde und zusätzlich zu den Kosten für den Neubau des KuB immer mehr kleinere Baustellen im Rathaus auftauchten. „Wir haben jetzt echte Experten für die unterschiedlichen Bereiche vor Ort und sollten uns als Stadt überlegen, ob man nicht mit ihrer Expertise auch gleich die Renovierung des historischen Rathauses durchführt“, so die Kämmerin. Aus der Lokalpolitik kam leichtes Murren, aber auch Kopfnicken. „Natürlich ist es nicht gut, wenn man hört, dass da wieder neue Kosten kommen und was da alles noch so auftaucht“, so Hajo Krage von der SPD. Begeistert sei seine Partei natürlich nicht, wenn immer mehr obendrauf käme. „Ich möchte es ganz deutlich sagen, dass diese Maßnahmen nicht im direkten Zusammenhang mit dem KuB stehen. Aktuell sieht es so aus, dass wir mit dem Budget auskommen, welches wir für das KuB haben“, so Mandy Treetzen. „Die Arbeiten am Rathaus sind keine Dinge, die wir vergessen haben, sondern Sachen, die jetzt erst auftauchen“, führte sie aus.

Bei den anstehenden Arbeiten handelt es sich um Renovierungen an Dach und Tragwerk, baustatische Untersuchungen und Überprüfung zahlreicher Risse, einen Fassadenneuanstrich, Sanierung der Fenster, Anschaffung neuer Möbel, Modernisierung der Raumakustik im Veranstaltungssaal, Brandschutzmaßnahmen, Erneuerung von Elektroverteilungen, Sanierung der Abluftanlage und ähnliches.

„Die Risse sind nicht so schlimm, wie es klingt. Das Rathaus ist nicht einsturzgefährdet oder so“, relativierte Bürgermeister Tassilo von Bary schnell, als er besorgte Mienen sah. „Wir wissen nicht, was das kostet. Wir untersuchen das jetzt und stehen erst am Anfang“, so Treetzen. Deshalb gibt es auch noch keine Aussagen zu zusätzlichen Kosten. Sie empfiehlt, dass die Politik sich Gedanken um die Finanzierung macht: „Entweder im Haushalt für 2015 oder im Nachtragshaushalt sollten Gelder dafür eingestellt werden.“

„Wir schauen, was bei den Untersuchungen rauskommt“, so Sozialdemokrat Krage. Horst Möller, Fraktionsvorsitzender der CDU, gibt sich diplomatisch: „Wenn das jetzt 200 000 Euro kostet und wir das in einem Rutsch mit dem KuB machen können, sollte man darüber nachdenken. Wenn es wieder 800 000 Euro oder mehr werden, dann kann vielleicht erstmal nur das Nötigste gemacht werden.“

Den Fortschritt der Arbeiten im ehemaligen Amtsgericht nebenan möchte sich der Hauptausschuss in einer der nächsten Sitzungen anschauen. Dort werden die Baumaßnahmen kurz vor dem Stadtfestwochenende richtig starten. „Wir rechnen aber mit keinen echten Behinderungen für die Veranstaltung“, sagte Mandy Treetzen. „Die großen Maschinen werden nachts angeliefert, das war terminlich nicht anders zu regeln.“

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