Großhansdorf : Risse: U-Bahnhof Kiekut wird gesperrt

Die Kiekut-Schalterhalle und damit auch der Übergang zu den Gleisen werden gesperrt.
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Die Kiekut-Schalterhalle und damit auch der Übergang zu den Gleisen werden gesperrt.

Die mehr als 100 Jahre alte Schalterhalle muss saniert werden.

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15. Januar 2018, 06:00 Uhr

Die Schalterhalle der U-Bahn-Station Kiekut wird wegen Reparaturarbeiten bis 2019 für Fahrgäste gesperrt. Von der Straßenbrücke Bei den Rauhen Bergen wird im Februar ein Ersatzzugang zum Bahnsteig eingerichtet. Grund für die Reparaturen: In der Schalterhalle sind Wandrisse aufgetreten. „Das müssen wir genauer untersuchen“, sagte Hochbahn-Architekt David Nicklaus während einer Besichtigung.

Die Untersuchungen, die auch die Fundamente der 1915 gebauten und 1922 eröffneten Station sowie Boden und Mauerwerk umfassen, sollen in der kommenden Woche beginnen. Die Bauarbeiten starten, wenn der Ersatzzugang fertig ist. Über die Kosten konnte David Nicklaus noch keine Angaben machen: „Das hängt vom Ergebnis der Überprüfung ab.“

Eine Treppenkonstruktion und ein Steg führen an die westliche Bahnsteigseite. Dort war früher ein zweites Gleis, das jedoch wieder demontiert wurde, weil kein zweigleisiger Ausbau mehr vorgesehen war. Die Station Kiekut, die früher Schmalenbeck-Ost hieß, ist Teil der Walddörferbahn zwischen Hamburg und Großhansdorf, die im Jahr 1911 geplant und ein Jahr später durch einen Staatsvertrag zwischen Hamburg und Preußen besiegelt wurde. Trotz Materialmangels konnte die Bahn während des Ersten Weltkrieges fertiggestellt werden.

Entworfen hat die Station, wie alle Gebäude der Walddörferbahn, der Hamburger Architekt und Oberbaurat Eugen Göbel (1875 - 1937). Wesentliche Gestaltungselemente der Stationen sind einheitliche Bahnsteige und eine Backsteinarchitektur im Heimatstil. Kiekut wurde am 17. Juni 1922 eröffnet und wird heute von rund 1200 Fahrgästen täglich genutzt, 0,1 Prozent aller Hochbahn-Fahrgäste. 1954 wurde das Eingangsgebäude umgestaltet, bevor es 1994 durch eine kleine Ladenpassage ersetzt wurde. Die Zugangsbrücke und der 120 Meter lange Mittelbahnsteig blieben erhalten. Nach der Sanierung soll die Schalterhalle im kommenden Jahr wieder freigegeben werden.

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