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Bad Oldesloe : Riesentüte zur Innenstadt-Rettung

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Startschuss auf der Hude: Eine neue Kampagne soll zum Einkaufen vor Ort animieren. 47 Unternehmen engagieren sich.

Der Jubel war groß auf der Hude, als Angela Dittmar und Nicole Brandstetter von „Wir für Bad Oldesloe“ die drei Meter hohe Einkaufstüte enthüllten. „Ich bin für Einkaufen in Bad Oldesloe“ prangt darauf. Darunter die Logos beteiligter Geschäfte und Unternehmen. Insgesamt unterstützen 47 Geschäftsleute das Projekt. Eine gute Bilanz.

Kameras klicken, Hände werden geschüttelt und auch das Fernsehen ist gekommen. Das Hauptziel der Aktion ist gelungen: Aufmerksamkeit erzeugen. Dittmar und Brandstetter gehören zu den Motoren hinter der Kampagne, die das lokale Einkaufen wieder populärer machen soll. Dieses Engagement kommt an. Lob gibt es von fast allen der rund 80 Anwesenden.

Bei der kräftig beworbenen Enthüllung der Tüte waren vor allem Geschäftsleute, Wir-Mitstreiter und Lokalpolitiker vor Ort. Passanten schauten neugierig, manche schüttelten aber auch den Kopf oder kommentierten mit Blick auf die Tüte „dann sollen mal richtige Geschäfte herkommen“ oder „dann schafft mal Parkplätze“. Wenn man den Blick in die Runde warf, stellte man fest, dass Geschäftsleute dabei waren, die in der Vergangenheit fast jedem Engagement das über ihr eigenes Geschäft hinausging, eine Absage erteilt hatten. Jetzt lächeln sie mit schlecht sitzenden roten Glitzer-Zylindern auf den Köpfen und albernen Brillen in Kameras und haben kein Problem damit, sich für die gute Sache ein klein wenig lächerlich zu machen.

„Ich gratuliere zu der gelungenen Idee. Ich kaufe selbst sehr gerne hier vor Ort ein. Leider gibt es manche Dinge aber einfach nicht. Eine Gitarre zum Beispiel werde ich in Bad Oldesloe nicht bekommen. Das finde ich sehr schade. An sowas könnte man arbeiten“, stimmte auch Bürgermeister Tassilo von Bary ein wenig in den Nörgel-Chor ein. „Natürlich würden wir uns auch noch etwas mehr wünschen. Ein Geschäft mit Wäsche wäre schön oder ein Geschäft, in dem man Lederwaren bekommt“, sagte auch Uta-Sophia Freund-Jentzsch (Buchhandlung Willfang) in einer kleinen Podiumsdiskussion, die vor der Enthüllung eingestreut wurde. An anderer Stelle werden ein Musikfachhandel und ein Elektrogeschäft gewünscht.

Mit Blick auf die eher zurückhaltende Resonanz seitens der Einkaufspassanten sagte Lokalpolitikerin Maria Herrmann (SPD): „Es ist Sonnabendvormittag. Da würde ich jetzt nicht zu viel erwarten.“ Entscheidend sei, dass etwas passiere. „Hier zeigt sich, dass es Menschen braucht wie Angela Dittmar, die für eine Sache total brennen, die andere überzeugen können und mitreißen. Wenn etwas dabei rauskommt für Bad Oldesloe, sehe ich das erstmal total positiv. Hier wurde etwas auf die Beine gestellt“, so Herrmann. Oldesloes Kultmotorsportler und Autohändler Rolf Witthöft sieht es ähnlich. „Ich finde es zunächst mal gut, dass man sich was überlegt und die Idee mit den roten Figuren und dass das alles irgendwie ein Konzept hat, das hat mich neugierig gemacht und angesprochen. Damit ist ja ein Ziel schon erreicht, wenn man darüber nachdenkt und neugierig wird“, sagt er.

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