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Stormarner Tageblatt

23. August 2017 | 14:42 Uhr

Reinfeld : Richtfest für Millionen-Neubau

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Kälteunternehmen Hauschild zieht wegen Differenzen mit der Oldesloer Stadtverwaltung nach Reinfeld. Dort entsteht ein Neubau für 2,8 Millionen Euro.

Nach 69 Jahren in Bad Oldesloe zieht die Firma Hauschild Kälte-Klima-Elektrotechnik GmbH in das Reinfelder Gewerbegebiet „Am Weddern“. „In Bad Oldesloe hat man sich nicht sehr viel Mühe gegeben, uns das Bleiben schmackhaft zu machen“, sagte Geschäftsführer Bernd Hauschild beim Richtfest. Gut zu sprechen ist der Firmenchef auch nicht auf Oldesloes Bürgermeister Tassilo von Bary, der bei Schwierigkeiten nicht als Vermittler aufgetreten sei und nicht ernsthaft versucht habe, die Firma – die ja immerhin so einiges an Gewerbesteuern bringe – in der Kreisstadt zu halten.

Bernd Hauschild hatte vor einigen Jahren das ehemalige Kreiswehrersatzamt gekauft und besitzt im Gebäude 27 Wohnungen. Weitere 24 Appartements wollte er auf dem hinteren Grundstück bauen. Dafür ist aber eine Änderung des B-Plans notwendig. Das geht nur mit dem Willen der Politik. Dummerweise liegt im Erdreich des hinteren Grundstücksteils eine wichtige Regenwasserleitung – darüber, dass die Stadtwerke dafür ein Leitungsrecht haben, wurde der Käufer seinerzeit nicht informiert. Im Grundbuch ist es nicht verzeichnet, weil sich bei der Verlegung seinerzeit niemand vorstellen konnte, dass sich der Bund mal von einem Kreiswehrersatzamt trennt. Überbaut werden darf die Leitung nicht, verlegen ist nicht nur teuer, sondern wegen schützenswerter Bäume auch ökologisch sensibel.

„Man wurde sich nicht einig, zu wem diese Wasserleitung auf meinem Grundstück gehörte. Zu mir? Zu den Stadtwerken?“, ärgert sich Hauschild. Gefehlt habe da einfach der Bürgermeister als Moderator zwischen den Stadtwerken, ihm und dem Bauamt. Er hätte fragen können: „Kann ich irgendwie helfen?“ Das habe ihm in Bad Oldesloe gefehlt.

„Eigentlich wollte ich in Bad Oldesloe an der Teichkoppel expandieren“, so Hauschild. Nach mehreren Umzügen in der Kreisstadt wurde auch das Firmengebäude in der Schützenstraße 3 zu klein. Da ihm aber die angeblich „dubiosen Vergabepraktiken“ der Oldesloer Stadtverwaltung nicht passten, wurde daraus nichts. Reinfeld habe ja auch noch einige große, freie Flächen im Gewerbegebiet. So nahm Bernd Hauschild Kontakt zum damaligen Reinfelder Bürgermeister Gerhard Horn auf, der ihm in einer Weise geholfen habe, wie er es aus Bad Oldesloe nicht kenne. Seinerzeit stand das benachbarte Gebäude der Firma Baltic Solar zum Verkauf. Der Erwerb kam aber nicht zustande. Minimax sichert sich das Gebäude. Bernd Hauschild entschied sich schließlich für das 6500 Quadratmeter große Grundstück in erster Reihe gleich nebenan und investiert dort 2,8 Millionen Euro. Im November soll das knapp 2000 Quadratmeter große Firmengebäude laut Baufirma fertig sein.

„Wir wollen die Region noch weiter erschließen“, blickt der Firmenchef positiv in die Zukunft. Im Moment sei der neue Firmensitz noch zu groß, aber man baue für morgen, für seine beiden Söhne und somit für die dritte Generation, der 1946 von seinem Vater Erich Hauschild in Bad Oldesloe gegründeten Traditionsfirma. Bürgermeister Heiko Gerstmann freut sich über den Zuwachs im Gewerbegebiet: „Ich bin heilfroh, ein neues Gewerbe bei uns begrüßen zu können.“ Er denke vor allem an die neuen Arbeitsplätze, aber natürlich auch an die zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen. Gerstmann: „Ich muss mir zusammen mit der WAS Gedanken über eine Erweiterung des Reinfelder Gewerbegebietes machen.“ Die Nachfrage sei so groß wie nie zuvor.

 

 

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