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Bad Oldesloe : Rettungsdienst: Mehr Personal und Fahrzeuge

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die vom Gutachter empfohlenen Verbesserungen wurden umgesetzt, anstelle der Malteser fährt aber erstmal die ASG.

Mit mehr Mitarbeitern und mehr Kooperation mit der Ambulanz Stormarn gGmbH (ASG) haben der Kreis und die Rettungsdienst-Verbund Stormarn GmbH (RVS) auf das Gutachten der Orgakom reagiert, nach dem die Hilfsfristen in Stormarn zu oft überschritten wurden. Zwölf Minuten ab Alarmierung sieht das Gesetz vor. Dieser Wert muss bei mindestens 90 Prozent, damit er als erfüllt gilt.

In Stormarn wurden laut Gutachten nur knapp 82 Prozent erreicht, die 90 erst nach 14 Minuten. Zu lange Fahrtzeiten gab es vor allem im Bereich Bargteheide, so dass ein Rettungswagen von Ahrensburg nach Bargteheide verlegt wurde.

Als Hauptgrund für die Zeitüberschreitungen machten die Gutachter in einer Stichprobe von 30 Fällen „Duplizität“ aus. In mehr als der Hälfte der Fälle war „das originäre Rettungsmittel nicht verfügbar“, weil der Rettungswagen (RTW) bereits im Einsatz war oder einen Krankentransport fuhr. Also musste von der nächsten, weiter entfernten Wache ein RTW angefordert werden, was Zeit kostet.

Die in Schleswig-Holstein verfolgte Mehrzweckstrategie, Rettungswagen auch für Patientenfahrten zu nutzen, sieht RVS-Geschäftsführerin Annett Zander für den ländlichen Raum als sinnvoll an. Für den Hamburger Rand hält sie aber den zusätzlichen Einsatz von Krankenwagen für effektiver, wie ihn auch die Gutachter vorschlugen.

Um das Problem in den Griff zu bekommen und die Hilfsfristen einzuhalten, wurden in Ahrensburg Bad Oldesloe, Reinbek und Trittau, die Einsatzzeiten ausgeweitet, indem man mehr Fahrzeuge über 24 Stunden vorhält. Dafür braucht es auch neue Mitarbeiter. Sieben zusätzliche Rettungskräfte wurden von der RVS, eingestellt, bei der jetzt 165 Mitarbeiter tätig sind.

Zusätzliche Krankentransporte wollten und sollten die Malteser zum 1. Juli mit drei in Ahrensburg stationierten Fahrzeugen übernehmen. Über Sondierungsgespräche kam das Ansinnen aber nie hinaus. Die Kassen hatten angeboten, die Sätze zahlen, die auch andere privaten Anbieter bekommen. Die Kalkulation der Malteser sah aber offenbar anders aus. „Sie wollten noch einmal in sich gehen. Das war Ende April. Seitdem haben wir nichts mehr gehört“, sagt Florian Unger, Sprecher des Ersatzkassen-Verbands (vdek).

Auch bei Anja Kühl, die in der Kreisverwaltung für Katastrophenschutz verantwortlich ist, haben sich die Malteser nicht mehr gemeldet. Offiziell haben sie immer noch den Auftrag vom Kreis, de facto hat das aber die ASG gGmbH in Barsbüttel übernommen, die seit zehn Jahren für den Rettungsdienst in Stormarn fährt. „Wir erfüllen unseren Dienst“, sagt Geschäftsführer Bernd Peters, „die Zusammenarbeit mit der Leitstelle funktioniert gut.“ Für die neuen Aufgaben wurde das Personal aufgestockt und ein zusätzliches Fahrzeug angeschafft, so dass die ASG jetzt über drei drei Rettungswagen und drei Krankentransporter verfügt.

Die privaten Anbieter verhandeln die Gebühren für die Fahrten selbst. Der Kreis stellt den Kassen 593,28 Euro für Rettungswageneinsätze in Rechnung. Für Krankentransporte gibt es nur 57,27 Euro. Die Sätze waren 2013 verhandelt worden, 2015 überwiesen die Kassen 12,9 Millionen Euro. Die Abrechnung für 2016 liegt noch nicht vor. Im vergangenen Jahr zählte die IRLS 24  811 Einsätze im Stormarn, fast 60 Prozent mehr als fünf Jahre zuvor. Die Zahl der Krankentransporte erhöhte sich um knapp 40 Prozent auf 18  491 im letzten Jahr.

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erstellt am 14.Aug.2017 | 00:00 Uhr

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