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Stormarner Tageblatt

22. August 2017 | 02:13 Uhr

Brunsbek : Respekt für Mutter Erde

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Seit Anfang August lebt Jonas Laur (19) aus Brunsbek in Bolivien, um sich als internationaler Freiwilliger von „Eirene“ – Internationale Christliche Friedensdienste – für Kinderrechte und Jugendpartizipation einzusetzen

„Ja, dann sind alle Kinder glücklich und haben zu Hause was zu erzählen”, lachte Tío Ricardo, mein Chef, bei der Planung zum Jahresabschluss und lehnte sich dabei in seinen Schreibtischstuhl. Ich arbeite im Centro de Comunicación Cultural Chasqui, ein Zentrum, in dem strukturell benachteiligte Kinder und Jugendliche in vielen Workshops zu Kunst, Musik, Theater, Kochen und Sport oder inhaltlichen Einheiten zu Kinderrechten, Partizipation und Selbstvertrauen etwas für sich lernen
können.

Als Jahresabschluss hatten wir was Besonderes vor und unternahmen mit den Kindern vor den Schulferien eine dreitägige Wanderung durch die Berge. Auf den als „Takesi-Treck“ bekannten Wegen der Inkas brachten wir ihnen soziale Werte näher und förderten den Zusammenhalt in der Gruppe. Auch ging es uns um die Nähe zur Natur und dem Respekt vor der „Madre Tierra“ (Mutter Erde), die im andinen Konzept des „guten Lebens“ eine wichtige Rolle spielt. Bolivien ist weltweit eines der vom Klimawandel meist betroffensten Länder.

Das höchstgelegene Skigebiet der Welt auf dem Gletscher des Chacaltaya (zirka 5300 Meter), welches vor 15 Jahren noch ein Touristenmagnet war, ist seit 2009 vollkommen verschwunden, alles weggeschmolzen. Aktuell ist Bolivien trotz der gerade anbrechenden Regenzeit von der größten Dürre seiner jüngeren Geschichte betroffen. So gibt es in sieben der zehn größten Städte drastische Wasserrationierungen.

Freunde von mir in La Paz hatten die vergangenen Wochen alle drei Tage für zwei Stunden nur fließend Wasser. Der Präsident Evo Morales hat daher im November den nationalen Notstand ausgerufen. Auch die vielgelesene Tageszeitung „La Razón“ spricht von einem mit Aussicht auf 2017 wachsenden Wasserproblem.

Eine zusätzliche Umweltbelastung besteht zu dem durch die doch eher mangelhafte Müllentsorgung sowie die oftmals nicht vorhandenen Konsequenzen bei illegaler Entsorgung durch Betriebe und Privatpersonen. Gerade deshalb und weil Bolivien eine wunderschöne Natur hat, planen wir im Centro Chasqui für 2017 einige Aktionen zum Thema Umweltbildung, um den Kindern zu zeigen, warum es sich lohnt, unsere Erde zu schützen und wie wichtig es ist, dass es ein Kinderrecht auf das Aufwachsen in einer sauberen und gesunden Umwelt gibt. Ich im Besonderen war von der Natur und der Schönheit der Berge auf unserer Wanderung sehr begeistert. Wer kann von sich denn schon behaupten in der freien Natur schon mal einem Kolibri begegnet zu sein?


>Weitere Informationen aus meinem Leben und die Möglichkeit die Freiwilligenarbeit von EIRENE
durch eine Spende zu unterstützen gibt es auf meinem Blog www.freiwillig-in-bolivien.jimdo.com.

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