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Stormarner Tageblatt

20. Oktober 2017 | 02:33 Uhr

Resolution - Krempe macht Druck in Kiel

vom

Kampf um Gemeinschaftsschule geht weiter

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2013 | 03:59 Uhr

krempe | Im Sitzungssaal des Bildungsausschusses des schleswig-holsteinischen Landtags könnte es morgen ziemlich voll werden. Dann marschieren auch zahlreiche Kremper Bürger in Kiel auf, um für den Erhalt ihrer Gemeinschaftsschule zu demonstrieren. Mit drei Bussen geht es für die rund 150 Demonstranten in die Landeshauptstadt, im Gepäck eine Resolution der Stadtvertretung der Stadt Krempe. Darin fordert die Stadt die Schulverwaltung auf, die Entscheidung, den fünften Jahrgang 2013/14 nicht in der Gemeinschaftsschule Krempe einzuschulen, sofort zurückzunehmen - und liefert dafür eine ganze DIN A4 Seite mit Gründen:

Die Entscheidung der Eltern, ihre Kinder in die Sekundarstufe 1 der Kremper Schule einschulen zu lassen, müsse respektiert werden, wie es in dem Schreiben heißt: "Diese Bildungswegeentscheidung ist das Ergebnis eines intensiven familiären Prozesses. Mehrere Schulen wurden besucht, Argumente abgewogen. Jetzt soll das alles für die Katz gewesen sein, und der Prozess beginnt für Eltern und Kinder aufs Neue, jedoch mit eingeschränkten Wahlmöglichkeiten und unter erheblichem Zeitdruck." Außerdem wurde bei 20 von 22 Anmeldungen kein Zweitwunsch angegeben, weil feststand: "Krempe oder Garnichts".

Weiter heißt es in der Resolution, dass der Schaden, der durch die zögerliche Haltung der Schulverwaltung und der damit verbundenen zeitlichen Enge entstanden ist, einzudämmen ist. "Die Art und Weise und der Zeitpunkt der Ankündigung schaffen eine Torschlusspanik, die nicht nur die zukünftige 5. Klasse sondern viele andere Schüler betrifft." Ein geordnetes Auslaufen, um strukturelle Alternativen zu entwickeln, sei erheblich erschwert. Die Stadtvertretung befürchtet außerdem mittel- und langfristige Schäden für die Entwicklung der Region.

Einer der Gründe, dass der Gemeinschaftsschule das Aus droht, sieht die Stadtvertretung auch in dem Schulleiterdilemma. "Wenn Schulen im Wettbewerb stehen, braucht es eine Schulleitung, die die Schule gut vermarktet und nach außen transportiert", erklärt Sven Baumann, Vorsitzender des Schulverbands Krempermarsch. Die habe es bis vor drei Jahren nicht gegeben. "Es herrschte Chaos". Hinzu kamen lange Stellvertreterprovisorien. Eine Entwicklung, für die die Handelnden vor Ort keine Verantwortung tragen würden. Denn es gab keine Schulleiterwahl, sondern "Einsetzung von oben".

Mittlerweile gehe es mit der Gemeinschaftsschule pädagogisch aber wieder bergauf: Es gebe eine "langsame aber stetige Verbesserung mit immer mehr Engagement in der Lehrerschaft. Als Beispiele werden in der Resolution unter anderem "der Verlässliche Vormittag" oder das "Berufsorientierungskonzept mit klarer Anschlussorientierung" genannt.

Für den Erhalt der Gemeinschaftsschule würde außerdem der örtlich und regional zentral gelegene Standort sprechen. Die Schule verfügt über gut ausgestattete Fachräume, eine große Sporthalle und einen neuen Mensa- und Ganztagesbereich sowie eine über Jahre entwickelte Verkehrsanbindung.

Die Frist für die Gemeinschaftsschule um ein Jahr zu verlängern, habe auch zeitliche Gründe, wie die Stadt in der Resolution anführt: Es müssen alternative Raumkonzepte entwickelt und der Schülertransport neu geregelt werden. Und für das kommende Jahr sehen die Prognosen für neue Fünftklässler auch wieder besser aus. "Langzeitperspektiven lassen sich bereits erkennen, der nächste vierte Jahrgang ist in Krempe wieder zweizügig und in Rethwisch und Kremperheide ist die Entwicklung ebenfalls positiv."

Die Stadt setzt nun alle Hoffnungen in die Protestaktion. Unter dem Motto "Für Krempe - für die Region" geht es morgen nach Kiel. Abfahrt ist um 12 Uhr vom Sportplatz in Krempe. Der Bustransfer ist kostenlos. Anmeldung unter 04824/38900.

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