Ahrensburg : Reitbahn und Kino auf dem Weg

Der überarbeitete Entwurf für den Neubau eines Kinos in Ahrensburg.
Der überarbeitete Entwurf für den Neubau eines Kinos in Ahrensburg.

Bauausschuss macht den Weg für die Projekte frei. Schwere Vorwürfe der Piening-Schwestern gegen die Stadtverwaltung.

shz.de von
09. März 2018, 06:00 Uhr

Es ist nicht das erste Mal, das ein Bauprojekt in Ahrensburg für Schlagzeilen sorgt – jetzt hat es die „Alte Reitbahn“ erwischt. Die Grünen lehnen das Projekt ab, weil ein Knickstreifen verschwinden soll und zu wenig geförderter Wohnraum vorhanden sein. Die Grünen wollten ebenso wie die SPD einen Anteil von 30 Prozent, tatsächlich sind es nur 15 Prozent.

Hartmut Möller, SPD-Fraktionschef und Vorsitzender des Bauausschusses, gab zudem noch mal seine „starken Zweifel“ zu Protokoll, dass es der richtige Standort für einen Einkaufsmarkt ist. Möller befürchtet als Folge einen Verkehrskollaps am AOK-Knoten

Und zwei Schwestern sorgten in der Sitzung des Bauausschusses für Aufregung, als sie im Zusammenhang mit dem Reitbahn-Projekt der städtischen Bauamt „Korruption“ und „Unfairniss“ vorwarfen. Ihre Mutter ist die kürzlich verstorbene ehemalige Stadträtin Dr. Katharina Piening. Die Freiherr-vom-Stein-Medaille, die ihr einst für ihre kommunalpolitischen Dienste verliehen wurde, legten Silke Piening der Politik auf den Tisch, um sie zurückzugeben. „Diese Medaille hat jeden Glanz für uns verloren“, so Silke Piening „auch im Namen meiner Schwestern Frauke, Karen und Gesa.“

Es geht um ihr geerbtes Grundstück in der Adolfstraße, das Teil des Bauprojekts wurde. Die Schwestern hatten es an einen Interessenten verkauft, bevor es zur Hälfte an den Reitbahn-Investor weiterveräußert wurde. Bauamtsleiter Peter Kania wies alle Vorwürfe zurück und versuchte in Kurzform, die Verhandlungen zu erklären. Der Brief der Schwestern liegt dem Stormarner Tageblatt vor, das sich mit dem Thema befassen wird.

Und dann ging es tatsächlich noch um das Reitbahn-Projekt selbst, das seit nunmehr drei Jahren die Gemüter beschäftigt. Auf dem Filetgrundstück der Stadt Ahrensburg ist ein Wohn- und Geschäftshaus geplant. Das Konzept wurde mehrfach nachgebessert, so wurde die Zahl der öffentlichen Parkplätze in der Tiefgarage auf 120 erhöht. „Wir sollten jetzt vorankommen", so der Tenor von Dr. Toufic Schilling (CDU) und Detlev Levenhagen (CDU-Fraktionschef) sowie Thomas Bellizzi (FDP), „sonst vergraulen wir mögliche Investoren.“ Das wurde mehrheitlich beschlossen. Gleichzeitig soll die Verwaltung prüfen, ob das Gebäude an der Seite Stormarnstraße um aufgestockt könnte, um den Anteil der Sozialwohnungen zu erhöhen. Die Reitbahn-Bebauung hängt direkt mit dem Kino-Projekt an der Bahnhofstraße zusammen. Der Melchers Immobilien GmbH gehört das Grundstück mit dem Edeka-Markt am Bahnhof. Der ist zu klein und zu unmodern, der Neubau des Marktes soll quasi als Grundstückstausch an der Reitbahn erfolgen, so dass das Edeka-Grundstück für einen Kino-Neubau frei wird. Melchers-Geschäftsführer Arne Meemken machte keinen Hehl daraus, dass das Kino aus der Rendite des Reitbahn-Projekts unterstützen werden soll. Geplant sind dort mehrere Kinosäle mit insgesamt 700 Plätzen. Meemken: „Ich rechne mit einer Auslastung von zehn Prozent.“

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