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Rotlicht-Etablissements : Reinfeld wehrt sich gegen Seitensprung-Hotel

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Eine Stadt im Kreis Stormarn kämpft seit Monaten gegen Rotlicht-Etablissements – und dies offensichtlich mit Erfolg.

shz.de von
erstellt am 04.01.2014 | 09:00 Uhr

Reinfeld | Erst im Sommer hatten die Stadtverordneten von Reinfeld über den geplanten Bau eines FKK-Sauna-Clubs im Gewerbegebiet nahe der Autobahn A1 zu entscheiden. Anlieger hatten Bedenken geäußert. Kurzerhand wurde mit einer Satzungsänderung das lästige Problem aus der Welt geschafft – für ein Jahr zumindest.

Im November sahen die Stadtverordneten erneut Rot: Ein anderer Interessent legte seine Pläne für ein Grundstück in einem Gewerbegebiet direkt neben der Autobahn 1 auf den Tisch, und die Aufregung war größer als zuvor. Ein vierstöckiges Gebäude mit einer Fläche von rund 1000 Quadratmetern sollte dort entstehen. Im ersten und zweiten Obergeschoss sollte ein klassisches Bordell mit insgesamt 30 Zimmern betrieben werden – nach diversen Gerichtsurteilen als „Gewerbebetrieb aller Art“ zulässig in einem Gewerbegebiet wie dem an der A1 in Reinfeld. Im dritten Obergeschoss war ein so genanntes Seitensprung-Hotel mit 16 Zimmern vorgesehen, im Erdgeschoss ein Erotik-Shop sowie ein Restaurant geplant.

Der Bauausschuss der Stadt regte schon beim ersten Antrag an, die Zulässigkeit verschiedener Arten von Vergnügungsstätten über eine B-Plan-Änderung zu steuern. Es bestehe die Gefahr, dass sich der Charakter des Gebiets ungewollt zum Nachteil verändere.

Jetzt haben Reinfelder Kommunalpolitiker die Entscheidung getroffen. Für das Gebiet an der Autobahn wurde eine so genannte Veränderungssperre verhängt. Zur Sicherung des Gebietscharakters, wie es in der Satzung heißt, „soll die Zulässigkeit von Vergnügungsstätten und die Zulässigkeit anderer Arten von Gewerbe (gedacht ist dabei insbesondere an Gewerbebetriebe sexuellen Charakters)“ gesteuert werden.

Ähnliche Probleme mit der Ansiedlung von Betriebsstätten des horizontalen Gewerbes gibt es in der nahen Hansestadt Lübeck. Während die Zahl der privaten Modellwohnungen – vorwiegend im Stadtteil St.-Lorenz-Nord – rasant zunimmt, hat ein in der Stadt bekannter Club-Betreiber Probleme, ein weiteres Etablissement in der abgelegenen „Osterweide“ einzurichten. Er möchte ein lange leer stehendes Haus als Bordell nutzen. Reaktion der Hansestadt: Der Bauausschuss hat durch eine Satzungsänderung Aufschub um ein Jahr gewonnen, in der Hoffnung, dass der Interessent die Lust an seinem Vorhaben verliert.

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