Reinfeld: Neuling schoss den Vogel ab

Organisator Diethard Bubolz vom Bürgerverein (r.) gratuliert den neuen Majestäten Raffael Töllner und Sabine Kempke.
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Organisator Diethard Bubolz vom Bürgerverein (r.) gratuliert den neuen Majestäten Raffael Töllner und Sabine Kempke.

Fast vier Stunden leistete das bunte Holztier „Widerstand“

shz.de von
06. Juli 2015, 12:53 Uhr

„Bis das letzte Teil des Holzvogels abgeschossen ist, dauert das mindestens dreieinhalb Stunden“, vermutet Diethard Bubolz von der Initiative „Freunde des Vogelschießens“ im Bürgerverein. Das weiß Reinfelds ehemaliger Bürgermeister, der sich für die über 100 Jahre alte Tradition stark macht, aus langjähriger Erfahrung. Und er hat Recht. Fast vier Stunden lang schossen die Teilnehmer in sengender Hitze auf das bunte Federvieh, das von Heinz Schröder aus Heidekamp eigens für das Traditionsfest gefertigt wurde.

Rund 50 Teilnehmer hielten trotz 35 Grad im Schatten bis zum Ende durch. Mit der Armbrust und einem Holz mit Stahlspitze gelang es schnell, die aus Spaltholz bestehenden Flügel abzuschießen. Schwieriger wurde es dann beim Zepter, dem Nest und dem Schnabel.

Als einer der besten Schützen entpuppte sich Ulrich Salomon, der zum ersten Mal aus Spaß an der Freude dabei war. „Ich habe mehrmals den Kopf getroffen, der fiel aber nicht so schnell ab“, sagt er. Am Ende gelang es ihm immerhin, das rechte Bein abzuschießen. Am Ende konnte sich ein weiterer Neuling durchsetzen: Raffael Töllner (17) aus Ratzeburg, der eigentlich nur zu Besuch bei seiner Freundin in Reinfeld war und die Gelegenheit nutzte. Mit Augenmaß und Geschick hole er das letzte Teil herunter. Ulrich Salomon, gewann immerhin beim Luftgewehrschießen.

Beim Ringewerfen, das den Damen vorbehalten ist, setzte sich die Reinfelderin Sabine Kempke durch. „Ich war das erste Mal dabei und habe gleich gewonnen“, freute sie sich. Königin und König erhalten jeweils 50 Euro Preisgeld. „Präsentkörbe sind heute nicht mehr so gefragt, und so haben uns erstmals für ein Geldgeschenk entschieden“, sagte Bubolz. Die Einnahmen vom Vogelschießen Aalknobeln, Ringewerfen und Luftgewehrschießen werden wie gewohnt für das Kinderstadtfest im kommenden Jahr gespendet. In zwei Jahren wird Raffael Töllner hoffentlich seine Königswürde verteidigen. Nachwuchs wird dringend gesucht.

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