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Reinbek : Reinbeker Assistenzärztin belegt den 1. Platz

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Jasmin Shekarriz überzeugte die Jury im Hörsaal der Uniklinik Hamburg-Eppendorf.

Nur drei Minuten hatte Jasmin Shekarriz Zeit, um mit ihrer Falldemonstration die Zuhörer und vor allem die dreiköpfige Jury im Hörsaal des UKE (Uniklinik Hamburg-Eppendorf) fachlich und methodisch zu überzeugen. Die 26-jährige Assistenzärztin absolviert seit 2015 im OP des Reinbeker Krankenhauses ihre chirurgische Grundausbildung. Beim 198. Norddeutschen Chirurgen-Kongress in Hamburg stellte sie jetzt einen Fall aus dem St. Adolf-Stift vor, ließ damit 30 andere Teilnehmer hinter sich und holte den 1. Platz, der mit 350 Euro dotiert ist.

Worum ging es? Ein querschnittgelähmter Patient mit künstlichem Darmausgang und vielen Vor-Operationen musste wegen Beschwerden am Restdarm in einem Eingriff erneut operiert werden. Aufgrund der starken Vernarbungen und anatomischen Besonderheiten in der Nähe der Harnleiter, wurde bei der Darm-OP ein Urologe hinzugezogen. Um die Harnleiter zu schützen, schiente er diese mit einem Stent, also einer röhrenartigen Stütze, die in einem kleinen Eingriff durch die Blase routinemäßig einige Tage nach der OP entfernt worden wäre.

Bei einer Kontrolle im Computertomografen einen Tag später stellte der Radiologe jedoch fest, dass die Schiene aufgrund der anatomischen Besonderheiten in einem Blutgefäß gelandet war und die Gefahr groß war, dass der Stent weiterrutscht. Es bestand schneller Handlungsbedarf: Ein Team von Radiologen, Gefäßchirurgen, Urolgogen und Bauchchirurgen besprach die seltene Komplikation und einen Ausweg daraus. Jasmin Shekarriz: „Es sind weltweit nur drei weitere Fälle bekannt, in denen ein Stent aus der Vena Cava entfernt werden musste, in allen drei Fällen kam es zu Komplikationen. Nicht aber im St. Adolf-Stift: Hier konnte der Stent vom Urologen wieder entfernt werden und das Loch im Gefäß schloss sich von selbst.“

Prof. Tim Strate, Chefarzt der Chirurgischen Klinik, ist stolz auf seine Mitarbeiterin: „Wer sich mit 26 Jahren gegen gestandene Fachärzte im Vortragsduell durchsetzt und sich auch durch Nachfragen der Jury nicht aus der Ruhe bringen lässt, der hat allerbeste Voraussetzungen eine tolle Chirurgin zu werden.“

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