Bad Oldesloe : Reihenweise neue Filme

Kinobetreiber Heinz Wittern ist mit der Entwicklung seit der Wiedereröffnung zufrieden.
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Kinobetreiber Heinz Wittern ist mit der Entwicklung seit der Wiedereröffnung zufrieden.

Oho-Kino-Chef Heinz Wittern will unabhängiger von Blockbustern werden. Filmreihen sollen ein breiter interessiertes Publikum ansprechen.

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16. Januar 2018, 06:00 Uhr

„Natürlich hätte ich mir mehr Besucher gewünscht“, gibt Kino-Betreiber Heinz Wittern nach dem Neustart unumwunden zu: „Ich bin aber auch immer sehr unzufrieden und will alles sofort.“ Nüchtern betrachtet sieht es allerdings gut aus. Das schildert dann auch Heinz Wittern: Das Kino laufe wieder, alle wichtigen Filme werden gespielt, die Oldesloer freuen sich und er habe ein nettes Team um sich geschart. „Doch, ich bin zufrieden“, sagt er nach einem Moment des Nachdenkens.

„Die Wochenenden laufen ganz ordentlich“, erzählt der Kinobetreiber: „Wir können uns auf die Blockbuster nicht mehr verlassen. Deshalb müssen ich mir für unter der Woche etwas einfallen lassen.“ Neben dem Familien- und Mainstream-Publikum will er deshalb zusätzliche Besucherschichten für das Oho-Kino gewinnen. Mit Veranstaltungsreihen soll das gelingen. Morgen wird beispielsweise erstmals seit der Wiedereröffnung ein englischsprachiger Film gezeigt. Star Wars. „Das ist als Wunsch häufig an mich rangetragen worden, deshalb bin ich gespannt“, so Heinz Wittern. Einmal im Monat wird er zukünftig einen Film aus dem laufenden Programm in der Originalsprache zeigen. Früher habe er die fremdsprachigen Filme bereits für ein halbes oder gar ein ganzes Jahr im Voraus festgelegt. Das habe sich als Fehler erwiesen. Heinz Wittern: „Man weiß doch nie, wie ein Film läuft. Deshalb werde ich das von Monat zu Monat entscheiden. Dann bin ich immer nah dran.“ Die moderne Technik mache das möglich.

In einer weiteren Reihe werden anspruchsvolle „Art House“-Filme gespielt. „Das sind kleine Produktionen,
Nischenfilme“, erklärt der Kino-Chef. Die Auswahl treffe er zusammen mit seinem Film-Einkäufer. Aktuell wird „weit“ in dieser Reihe gezeigt, nächsten Monat kommt „Loving Vincent“. Wittern: „Das Publikum muss ein gewisses Vertrauen in den Kinobetreiber haben – das müssen wir uns erarbeiten.“ Noch so eine Geduldsfrage.

Die monatliche „Sneak Preview“ fällt ebenfalls in die Vertrauenskategorie. „Du setzt dich ins Kino ohne zu wissen, was läuft“, erklärt Heinz Wittern das Prinzip. Gezeigt werde dann ein Film, der noch nicht auf dem Markt sei. Blockbuster seien in diesem Zusammenhang eher unwahrscheinlich. Dieses blinde Vertrauen der Zuschauer werde mit einem niedrigeren Eintrittspreis von fünf Euro belohnt.

Die „Ladies Night“ würde der Geschäftsmann auch gerne regelmäßig anbieten, ist dabei aber auf entsprechende Filme angewiesen. Deshalb wird es bei ausgewählten Einzelveranstaltungen bleiben. Die Vorpremiere von „Fifty Shades of Grey“ Anfang Februar wird so ein Event.

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