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Stormarner Tageblatt

21. August 2017 | 08:55 Uhr

Bad Oldesloe : Reihenhaus als Gesamtkunstwerk

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ingo Röder ist Hobbykünstler durch und durch. Der 62-Jähriger dekoriert sein Reich im Stil Friedrich Hundertwassers.

Der österreiche Künstler Friedensreich Hundertwasser hat es Ingo Röder ganz besonders angetan. Seit einem Ferienaufenthalt in der Therme Bad Blumau bei Graz, die komplett nach den Plänen von Hundertwasser gebaut wurde, machte sich der Oldesloer auch in seinem Eigenheim in der Karoline-Herschel-Straße 3 voller Inspiration und Begeisterung ans Werk.

Das vor 20 Jahren erbaute Endreihenhaus wird im Zuge einer grundlegenden Renovierung nach und nach im Stile von Hundertwasser umgestaltet und dekoriert. Eine mannshohe Säule aus riesigen Keramikblumentöpfen ziert eine Ecke im Wohnzimmer, auf der Wand im Treppenhaus rankt sich vom Keller bis zum Dachboden ein stilisierter Baum und seit letztem Sommer hat Ingo Röder mit Hilfe von zwei Leitern auch die Außenfassade seines Eigenheims mit einem baumähnlichen Großmosaik geschmückt. „Ich habe schon immer gerne gemalt, aber die Mosaikkunst habe ich mir bei Hundertwasser abgeguckt“, erzählt der seit kurzem pensionierte Kriminaldirektor der Hamburger Polizei.

Beim Rundgang durchs Haus kommt der Besucher aus dem Staunen nicht mehr heraus. Überall hängen selbst gemalte Bilder, kleine und große Mosaike, außerdem „entfernt“ der 62-Jährige nach und nach alle geraden Kanten im Haus, denn nach der Hundertwasser-Philosophie, mit der sich Ingo Röder intensiv beschäftigte, darf es keine geraden Kanten geben. Das ist natürlich nicht überall möglich, doch wo ein Wille ist, findet sich auch meist ein Weg. „Ich mag die Tiefe und Dynamik, die in den Hundertwasser-Werken steckt“, so der Oldesloer, der in allem von seiner Frau Ines unterstützt wird. Mindestens zehn Mal seien sie schon im Hundertwasser-Dorf Bad Blumau gewesen und immer wieder würden sie neue Details entdecken.

Die Umrisse des Baums im Treppenhaus wurden zunächst mit einer Fräse in den Wandputz gefräst. Anschließend wurden Stamm und Äste in den Farben Gold, Silber und Bronze koloriert. Als Blätter wurden handgeformte, runde Tonfliesen an die Wand geklebt – eine Heidenarbeit, denn Ingo Röder musste alle selbstgeformten und glasierten Blattfliesen jeweils zwei Mal zum Brennen wegbringen. Die Ideen scheinen dem Künstler nicht auszugehen. „Wenn ich was im Kopf habe, lege ich einfach los und fange an, es umzusetzen“, erklärt der Vater zweier erwachsener Kinder seine Vorgehensweise. Dabei ist er Autodidakt, holt sich Informationen aus Büchern und dem Internet.

Für den Mosaikbaum auf der Außenwand fuhr Ingo Röder sogar bis nach Wuppertal, um sich dort bei einem Händler frostfeste Schwimmbadfliesen in ganz besonderen Blautönen zu besorgen. Als nächstes möchte sich der Hundertwasserfan das Badezimmer zwecks Umgestaltung vornehmen.

Außerdem arbeitet Ingo Röder, der sich schon immer auch für Esoterik interessierte, gemeinsam mit seiner Frau Ines als energetischer Heiler. Und wer glaubt, das alles seien äußerst zeitfüllende Tätigkeiten, der irrt. Ingo Röder nennt als weitere Hobbys Motorradfahren, Segeln, Lesen und die Arbeit im Garten. Dem begabten Tausendsassa wird es also so schnell nicht langweilig werden.

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erstellt am 08.Aug.2014 | 06:00 Uhr

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