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Stormarner Tageblatt

21. August 2017 | 14:26 Uhr

Reinfeld : Rechtzeitig in Personal investiert

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Besuch von der IHK: Die Reinfelder Therapie- und Pflegeeinrichtung kann mit Fachkräfte-Quote und hoher Platzauslastung punkten.

Mit einer Einrichtung für acht seelisch behinderte Menschen in der Hamburger Chaussee ging es 1990 los. Das Senioren- und Pflegezentrum gibt es immer noch, statt acht sind es aber mittlerweile 160 Klienten in vier Bereichen an vier Standorten, die von 130 Mitarbeitern betreut werden. Und seit 2013 heißt die GmbH TPR – die Buchstaben stehen für Therapie, Pflege und Reinfeld.

Die Entwicklung verlief rasant. 1994 gab es mit betreuten Senioren bereits 52 Plätze und das Therapeutische Wohnheim mit 29 Plätzen wurde geschaffen. Zwei Jahre später kam die erste Außenwohngruppe. 2000 gab es die nächste Erweiterung mit 36 Plätzen im sozial-therapeutischen „Holstenhof“ in der Segeberger Straße , der auch durch sein Therapietheater bekannt ist. Seit 2001 gehört zudem die ambulante sozial-psychiatrische Betreuung zum Angebot. 2006 und 2015 gab es Erweiterungsbauten auf dem Holstenhof und im Senioren- und Pflegezentrum in der Hamburger Chaussee.

„Mit 68 Bewohnern haben wir jetzt genau die richtige Größe“, sagt Geschäftsführer Florian Graßl. Der 34-Jährige hatte vor 15 Jahren als „Zivi“ in dem Heim begonnen. Und blieb den Haus treu. „Während meines Volkswirtschaft-Studiums hatte ich hier einen Nebenjob, und 2008 bin ich als Assistent der Geschäftsführung eingestiegen“, erzählt Graßl. Seit 2011 ist er nicht nur der Geschäftsführer, sondern auch Mitgesellschafter.

2,5 Millionen Euro hat TPR zuletzt für Renovierungen ausgegeben. Das geht nur, weil die Plätze zu „99 plus x Prozent“ ausgelastet sind. Eine Zahl, die nicht nur für Wirtschaftlichkeit, sondern auch für die Qualität und die Atmosphäre spricht. „Gebäude sind nicht das Thema“, sagt Graßl, „sondern sie mit gutem Personal zu bestücken. Sie brauchen Mitarbeiter mit Engagement.“

Das funktioniert in Reinfeld, weil es „familiär, persönlich und respektvoll zugeht“, sagt Petra Hansen, die das Haus in der Hamburger Chaussee leitet. „Die gesamte Pflegebranche hat ein Fachkräfte Problem“, sagt Graßl. In Schleswig-Holsten ist eine Fachkräfte-Quote von 50 Prozent vorgeschrieben. „Wir haben jetzt 60 Prozent“, sagt der Geschäftsführer, „weil wir uns rechtzeitig mit einem guten Personalkonzept vorbereitet haben und auch selbst ausbilden.“

Nicht nur das hörten die IHK-Vertreter gern, die der TPR einen Besuch abstatteten. Präses Friederike C. Kühn und die Geschäftsführer, Lars Schöning und Nils Thoralf Jarck sowie WAS-Chef Detlev Hinselmann wollten etwas aus erster Hand über die aktuelle Situation im Gesundheitsbereich hören.

Neben dem allgemeinen Fachkräftemangel, einer zum Teil „katastrophal langen Bearbeitungszeit“ seitens der Behörden und wachsenden Schwierigkeiten, eine exakt zugeschnittene Finanzierung zu finden, habe sich im Pflegebereich „in den vergangenen Jahren doch vieles in die richtige Richtung bewegt, so Graßl. Die Sätze für Pflegeplätze werden mit Pflegekassen, Sozialämtern und den Heimbetreibern ausgehandelt und müssen sowohl auskömmlich als auch bezahlbar sein. Bei der TPR werden unter dem Strich je ein Drittel von der Pflegekasse, vom Kreis als Sozialhilfeträger getragen, „ein Drittel ist der Eigenanteil“, so Graßl.

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erstellt am 28.Jul.2017 | 06:00 Uhr

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