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Stormarner Tageblatt

18. August 2017 | 05:27 Uhr

Rammstein-Spektakel mit Heino

vom

Schlagersänger stand in Wacken als Überraschungsgast auf der Bühne /

Wacken | Die große Frage ist beantwortet: Ja, er war da! Der deutsche Schlagersänger Heino trat beim gigantischen Headliner-Spektakel auf, gemeinsam mit der Deutschrock-Band "Rammstein" auf der True Metal Stage am Donnerstag Abend.

Bei dem Song "Sonne", den er zuvor auf seiner CD "Mit freundlichen Grüßen" gecovert hatte, durfte er für einen Gastauftritt auf die Bühne. Den Song spielte die Band kurz vor Beendigung ihrer fast zweistündigen Show als Zugabe.

Ein Auftritt war das allerdings, bei dem beide seltsam distanziert aufeinander reagierten: Während "Rammstein"-Sänger Till Lindemann sich still an die Seite stellte und den Schlagerbarden grimmig beobachtete, bewegte sich dieser in seinem tiefroten Jackett über einem dunklen Hemd auch nicht mehr als einen gefühlten Quadratmeter auf der Bühne hin und her. Das "R" rollte er allerdings genauso gekonnt wie der "Rammstein"-Frontmann. Den letzten Rest des Titels sangen sie dann im Duett, und Heino durfte wieder gehen.

Und wie reagierte das Publikum? Es reagierte so, wie man es vom Wacken-Besuchern gewohnt ist: tolerant und nachsichtig und applaudierte hinterher sogar artig. Ausgepfiffen wurde Heino nicht. Dazu war der Auftritt wohl auch zu kurz.

Zuvor erhielten die Fans das, was sie erwartet hatten: Die Band spielte alle ihre bekannten Songs, die die Fans lautstark mitsangen von "Ich tu Dir weh" bis "Bück Dich", von "Heirate mich" bis "Feuer frei", von "Mann gegen Mann" bis "Engel".

Eine gigantische Show mit allen Elementen, für die Rammstein bekannt ist, begleitete dies auf einer im Industrial Style gehaltenen Bühne mit einem Hintergrund im Wabendesign. #

Dabei geizte die Band wie erwartet auch mit dem Einsatz von Feuer nicht. Es gab Feuersäulen und Pyro-Zündungen, Feuerregen und Flammenwerfer, Rauchsäulen und Explosionen, dass es nur so krachte, zischte und donnerte.

Und dann jagte eine Rakete quer über die Köpfe hinweg bis zum Mischpult in der Mitte des Zuschauerraumes, machte dort Kehrt und schlug lautstark im Bühnendach, flankiert von Pyro-Explosionen, ein.

Die Fans fanden das nur noch "gigantisch" und wollten all dem so nahe wie möglich sein. So war etwa Alke aus Rickert mit Olaf aus Neumünster im Publikum unterwegs. "Wir sind auf dem Weg nach vorne zur Bühne, weil der Auftritt so geil ist", sagte sie. Und verschwand auch schon wieder mitten im Getümmel. Schließlich entließ Sänger Till Lindemann die Zuhörer mit einem kombinierten Schaum- und Konfettiregen aus einer riesengroßen Schaumkanone, der alles in einen weißlichen Nebel tauchte. Nach so viel Remmidemmi hatten die Fans schließlich nicht mehr die Energie, noch viele Zugaben zu verlangen. Die hatten sie zuvor fast zwei Stunden lang sowohl musikalisch wie auch optisch schon erhalten.

Vor Rammstein standen die 1968 gegründeten Rock-Veteranen von Deep Purple auf der Bühne. Sänger Ian Gillan, Gitarrist Steve Morse, Bassist Roger Glover, Keyboarder Don Airey und Schlagzeuger Ian Paice ließen keinen Zweifel daran, dass sie ihrem Stil treu geblieben sind. Der war auch hier vom Klang der Hammond-Orgel, markanten Gitarrenriffs, und treibendem Rhythmus geprägt. Angefangen mit einem ihrer größten Hits, "Highway Star", stellten sie auch einige Songs ihres neuen, im April erschienenen Albums "Now What" vor, das in Deutschland Platz 1 in den Charts erklomm. Die Fans vor allem in den ersten Reihen machten aus ihrer Begeisterung keinen Hehl, hielten auch Plakate in die Luft wie "Smoke on the Wacken". Und als sie schließlich tatsächlich ihren größten Hit "Smoke on the Water" intonierten, da konnten sie schon nichts mehr falsch machen.

Mittendrin dabei auch Winfried Mende aus Quarnstedt mit seinen Kumpel Martin Laabsch und Christian Dziersau. "Deep Purple ist absolut geil", sagte Winfried Mende. "Das ist die Musik für Väter und ihre Kinder", so Martin Laabsch. "Jetzt erwarten wir nur noch von Rammstein eine Steigerung." Die gab es dann ja auch.

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erstellt am 03.Aug.2013 | 05:59 Uhr

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