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Stormarner Tageblatt

14. Dezember 2017 | 22:11 Uhr

Radwandern auf alten Bahntrassen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

An den Wegen von Henstedt-Ulzburg über Bad Oldesloe und Trittau bis Glinde gibt es jetzt Infotafeln und überdachte Rastplätze

shz.de von
erstellt am 20.Aug.2013 | 18:07 Uhr

Es sind viele kleine Bausteine, mit denen Stormarn versucht, sein touristisches Image zu verbessern. Radfahren ist ein Schwerpunkt in diesem Konzept und „ein Potenzial, das wir selbst in der Hand haben“, sagt Thorsten Kuhlwein aus der Kreisverwaltung. Er hat mit Hilfe des Kreisarchivs die Texte und Bilder zusammengestellt, die jetzt an den drei Radwanderwegen auf ehemaligen Bahntrassen über die Historie, die Umgebung, gastronomische und Freizeit-Angebote informieren.

Drei solcher Radwanderwege gibt es in Stormarn. Der älteste ist die Route von Trittau nach Glinde auf der Trasse der einstigen Südstormarnschen Kreisbahn, die in den 50er Jahren stillgelegt wurde. Von Trittau hatte die Königlich Preußische Staatsbahn einst die Gleise nach Bad Oldesloe verlegt, die dann von der Bundesbahn demontiert wurden. Die Kreisstadt war bis in die 60er Jahre ein Eisenbahnknotenpunkt. Von hier ging es auch nach Ratzeburg – diese Trasse ist „verschwunden“ – sowie nach Elmshorn. Auf der Trasse der ehemaligen EBOE verläuft heute die Route nach Henstedt-Ulzburg. Die Zugverbindung von dort nach Elmshorn gibt es noch.

Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre hatte der Kreis die einstigen Schienenwege zu Radwegen umbauen lassen. Als eigenständiges „Produkt“ waren die 50 Kilometer von Henstedt-Ulzburg über Oldesloe und Trittau bis nach Glinde bislang aber nicht vermarktet worden. Das wird sich mit den 25 Schautafeln und acht überdachten Rastplätzen ändern. „Wir haben schon jetzt viele Nachfragen zu den Radwanderwegen und werden eine Karte zum Mitnehmen entwerfen, die wir auf Messen verteilen wollen, sagt die Tourismus-Beauftragte des Kreises, Anja Schütz: „Das Projekt hat Qualität und ist für Stormarner und Gäste von außerhalb interessant.“

Und teuer war es mit 34000 Euro auch nicht, zumal „viele etwas dazu beigetragen haben“, so Landrat Klaus Plöger. Neben der Sparkassen-Kulturstiftung sind das der Verein Naherholung im Umland Hamburg und die Aktiv-Region Holsteins Herz. „Uns hat das Projekt beeindruckt, weil es Lebensqualität und Kultur mit Heimatgeschichte und Naherholung verbindet“, sagt Theo Siepmann, Geschäftsführer von Holsteins Herz. „Mit den überdachten Rastplätzen haben wir einen Maßstab gesetzt“, sagt Stiftungs-Manager Jörg Schumacher. Er würde es vor allem begrüßen, wenn Schulen die beschilderten Radwege für einen praxisnahen Heimatunterricht nutzen.

Identität deutlich machen, das ist auch für Joachim Germer (Grüne) aus dem Kreisverkehrsausschuss wichtig: „In Stormarn tut man ja so, als ob die Geschichte niemanden interessiert oder als ob man sie wissen müsste.“ 23 Jahre hat Sigrid Kuhlwein den Verkehrsausschuss geleitet und lange auf die Beschilderung warten müssen: „Ich war mehrfach auf allen Radwegen unterwegs. Und alle haben immer bemängelt, dass es keine Infos gab.“ Wer keine Gelegenheit mehr hat, die Radwanderwege abzufahren oder sich vorab informieren möchte, findet die Infos im Web unter: http://tourismus-stormarn.de/BahnRadWege.html.

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