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Stormarner Tageblatt

21. Oktober 2017 | 14:54 Uhr

Klein Wesenberg : Radfahrer leben gefährlich

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Nach Ablehnung des Widerspruchs durch den Kreis kämpft die Gemeinde weiter für die Radwegschilder.

shz.de von
erstellt am 15.Dez.2016 | 06:00 Uhr

Ortstermin an der Alten Dorfstraße in Klein Wesenberg, Hauptverkehrsader des Ortes. An den Straßenrändern parken Pkw, ein Trecker schlängelt sich durch, für einen Radfahrer auf der Straße wird es ganz knapp – und vor allem gefährlich. „Das ist so, seitdem Radfahrer nicht mehr auf dem Gehweg fahren dürfen“, ärgert sich Bürgermeister Herbert David, der sich seit 2013 gegen den Abbau des Verkehrsschildes wehrt, das den Gehweg auch für Radfahrer freigibt.

Im August wurden insgesamt neun Verkehrsschilder mit dem Radwegsymbol in und um Klein Wesenberg abgebaut, während die Schilder im benachbarten und zum Kreis Herzogtum Lauenburg gehörenden Groß Schenkenberg stehen blieben. „Das ist doch wirklich absurd und kommt mir vor wie ein Schildbürgerstreich“, so David. Hintergrund: Ein Radrennfahrer hatte gegen die Beschilderung geklagt und gewonnen. Seitdem wurden nach und nach die blauen Schilder abgebaut. „Hier am Ortseingang ist es für Radfahrer besonders gefährlich. Es bleibt kaum Platz für sie auf der viel befahrenen K  7, wenn sich hier die Fahrzeuge begegnen“, sagt David.

Während er mit den Anwohnern Heinz Schiller und Jochen Wilhelm am Straßenrand steht, brausen zahlreiche Pkw heran und drosseln erst viel zu spät oder gar nicht ab, mehrere Busse schlängeln sich durch die parkenden Fahrzeuge. „48 Prozent fahren hier zu schnell. Das hat eine Untersuchung ergeben. David: „Durchschnittlich wird hier 70 bis 80 gefahren. Da möchte kein Radfahrer noch dazwischen durchfahren.“ Nie habe es in den letzten 45 Jahren irgendwelche Beschwerden gegeben. Radfahrer und Fußgänger hätten bewiesen, dass sie „erwachsen genug“ seien, um auf dem immerhin fast 2,50 Meter breiten Gehweg miteinander klar zu kommen. Zudem gibt es auf der gegenüberliegenden Seite ebenfalls einen Gehweg. In Klein Wesenberg bleibe nun die Frage, warum Radler gefährdet werden, um Fußgänger zu schützen, die um gar keinen Schutz gebeten haben, heißt es in einem Schreiben der Gemeindevertretung an den Kreis Stormarn, nachdem der Widerspruch der Gemeinde gegen den Abbau abgelehnt wurde. Die Gemeindevertretung hatte sogar beschlossen, Klage gegen den negativen Bescheid zu erheben, musste aber erkennen, dass nur eine Einzelperson Klage erheben kann. „Dabei erleben wir tagtäglich die Brisanz der Situation“, so Anwohner Jochen Wilken. Zwar hätten Mitarbeiter des Kreises sich ein Bild gemacht, nicht aber zu Stoßzeiten und nicht als Radfahrer, so David. Die Verkehrszahlen reichten laut Verkehrsaufsicht nicht aus, um Gefährdung für Radfahrer zu erkennen. Über 200 Bürger unterstützen das Anliegen mit ihrer Unterschrift. David: „Wir werden nicht nachlassen zu bohren und fragen, ob erst etwas passieren muss, bis gehandelt wird.“

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