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Stormarner Tageblatt

19. Oktober 2017 | 00:50 Uhr

Bad Oldesloe : Quereinstieg mit „Questo“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

An den Beruflichen Schulen in Bad Oldersloe gibt es jetzt die Möglichkeit, sich zum sozialpädagogischen Assistenten oder zum Erzieher ausbilden zu lassen.

shz.de von
erstellt am 08.Sep.2015 | 17:01 Uhr

Auf der Landkarte von Schleswig-Holstein gibt es jetzt keinen „sozialpädagogischen weißen Fleck“ mehr. Seit Anfang September gibt es auch in Stormarn die Möglichkeit, sich zum Erzieher ausbilden zu lassen. Jan Nissen, Referatsleiter Schule und Berufsbildung des Landesministeriums, überreichte gestern das Genehmigungsschreiben für die Einrichtung einer zweizügigen Fachschule für Sozialpädagogik an Rüdiger Hildebrandt, Schulleiter der Beruflichen Schule in Bad Oldesloe.

Bislang mussten Stormarner nach Hamburg oder Lübeck fahren, um sich dort an Fachschulen zum Sozialpädagogischen Assistenten oder Erzieher ausbilden zu lassen. Vor zwei Jahren wurden in den Beruflichen Schulen Ahrensburg und Bad Oldesloe jeweils eine Klasse für Sozialpädagogische Assistenten (SPA) eingerichtet, 2014 kam eine zweite dazu. Die ersten Absolventen verließen im Sommer die Schulen und haben ab sofort die Möglichkeit, in der Kreisstadt an der neu eingerichteten Erzieherfachschule ihre Ausbildung zum Erzieher in zwei Fachklassen fortzusetzen. In der ersten Erzieherklasse besteht die Möglichkeit, die schulische Ausbildung auf zweieinhalb Jahre zu verkürzen. Das Besondere an der zweiten Klasse der Erzieherfachschule ist, dass die Schüler einen Ausbildungsvertrag für drei Jahre abschließen, der mit rund 1200 Euro pro Monat vergütet wird. Das ist vor allem für ältere Quereinsteiger interessant, die neben ihrer Ausbildung eine Familie zu versorgen haben. „Wir alle kennen die schwierigen Situationen in den Kitas. Keiner weiß, wo die vielen benötigten Erzieher herkommen sollen. Deshalb haben wir die Ausbildungsplätze von landesweit 600 auf rund 1300 in diesem Jahr mehr als verdoppelt“, sagt Jan Nissen nicht ohne Stolz. „Über das Quereinsteigerprogramm geben wir auch Älteren die Chance auf eine neue berufliche Perspektive, die sich sonst diesen Berufswunsch nicht hätten erfüllen können. Dabei haben wir ein interessantes Klientel, wie Grafiker oder Kaufleute, die Erzieher werden wollen“, so Jan Nissen.

Insgesamt haben jetzt 52 Schüler ihre Ausbildung an der neuen Erzieherfachschule begonnen, rund 100 Bewerbungen lagen vor. Darunter seien auch viele Männer, und das sei ein wichtiger Punkt, betont Sigrid Kuhlwein. „An keiner anderen Bildungseinrichtung werden so viele verschiedene Lehrgänge für die berufliche Qualifikation angeboten, wie an den Beruflichen Schulen“, lobte die Vorsitzende des Kreisschul-, Kultur- und Sportausschusses. Stormarn gehört damit zu bundesweit neun Modellprojekten für eine alternative Erzieherausbildung. In Stormarn wurde das Projekt „Questo“ getauft: Quereinstieg Stormarn. Die Kitas, in denen die Auszubildenden eingesetzt werden, sind jetzt Ausbildungsbetriebe. Die EU beteiligt sich zu 60 Prozent an den Ausbildungsvergütungen, und 30 Kita-Träger im Kreis haben bereits Interesse bekundet, miteinzusteigen. Die Finanzierung sei bis 2020 gesichert, wie Jan Nissen betonte.







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