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Bad Oldesloe : Punkten mit Angebot und Ambiente

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Eine Passantenbefragung vergangenen Herbst in der Innenstadt ergibt ein durchwachsenes Bild. Die Kreisstadt wird mit einer 3 bewertet.

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erstellt am 01.Apr.2017 | 08:00 Uhr

„3,0 – ein glattes befriedigend“, so fasste Nicolaus Sondermann vom Kölner Institut für Handelsforschung die Bewertung der Oldesloer Innenstadt bei der Präsentation der Zahlen im Kub zusammen. An zwei Tagen im September waren bundesweit in 120 Städten Passanten interviewt worden – vitale Innenstädte nennt sich das Programm.

Die Kreisstadt gehört in eine Kategorie mit beispielsweise Schleswig, Waren (Müritz) und Quedlinburg. Bundesweit haben die befragten ihrer Innenstadt im Schnitt die Schulnote 2,7 gegeben. In der Oldesloer Größenkategorie war es eine 2,8 und Oldesloe selber eben die 3,0.

In der Kategorie „Gesamtattraktivität“ werden die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln und mit PKW als gut bewertet, ebenso die Öffnungszeiten und das Dienstleistungsangebot. Parkmöglichkeiten erhielten eine 3 und das Freizeitangebot wurde als schlecht bewertet. Das allgemeine Ambiente mit Fassaden, Sauberkeit und Lebendigkeit schätzten die Passanten durchweg als „3“ ein. „Da haben Sie möglicherweise Ansatzpunkte, um etwas zu machen“, sagte Sondermann.

Das Einzelhandelsangebot in der Stadt wird mit 2,8 bewertet. Optiker, Bücher, Drogeriewaren und Lebensmittel schneiden gut ab. Consumer Electronics und Einrichtungsbedarf dagegen schlecht. Der Rest ist im Mittelfeld. „Eine Stadt Ihrer Größe kann ja nicht die Topangebote vorhalten wie Hamburg. Sie werden nicht die Mönkebergstraße“, führt er aus.

Der typische Innenstadtbesucher ist Mitte 50, weiblich, kommt mit dem Auto und kauft wöchentlich in der Stadt ein. Das hohe Alter der Passanten fällt auf – zwei Drittel sind über 50. Andere Städte kommen auf ein Durchschnittsalter von 47 Jahren. Und mit knapp 25 Prozent Auswärtigen ist deren Anteil an den Innenstadtbesuchern sehr niedrig. Andernorts liegt der Wert bei 40 Prozent. Internethandel spielt bei den Befragten keine Rolle, aber das wundert angesichts der Altersstruktur wohl nicht. Die Online-Angebote der Geschäfte werden durchweg schlecht bewertet.

„Es ist ein ausgewogenes Bild“, fasste Nicolaus Sondermann zusammen: „Luft nach oben ist natürlich immer noch.“

In der anschließenden Fragerunde wurde die Schwäche der Studie deutlich: Sie deckt keinen Bevölkerungsquerschnitt ab, sondern berücksichtigt nur die, die ohnehin in die Innenstadt kommen. Von daher konnte beispielsweise die Frage , wo denn jüngere Menschen einkaufen und wie die für die Innenstadt gewonnen werden können, nicht beantwortet werden. Experte Sondermann machte deutlich, dass es letztlich nur wenige Stellschrauben für eine Stadt gebe. „Angebot, Ambiente, Flair – damit kann man punkten“, sagte er.

Bürgermeister Jörg Lembke griff das auf: „Wir müssen was tun und wir werden mit der Hagenstraße anfangen. Aber die Besitzer müssen auch ihre Gebäude ertüchtigen. Da gibt es noch einiges zu tun.“

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