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Mord in Bargetheide : Prozessbeginn: 35-Jähriger soll Ex-Freundin getötet haben

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Svea T. wollte sich von Sven S. trennen – deshalb soll sie der 35-Jährige im Sommer erschossen haben.

shz.de von
erstellt am 09.Feb.2017 | 20:17 Uhr

Lübeck | Rund fünf Monate nach dem Mord an der 28 Jahre alten Svea T. in Bargteheide hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Der Prozess gegen Sven S. (35) beginnt am Freitag vor dem Schwurgericht in Lübeck. Die Anklage: Mord in Tateinheit mit unerlaubtem Besitz und Führen einer Schusswaffe.

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, am 12. August in Bargteheide heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen seine Ex-Freundin ermordet zu haben. Er soll sie unter einem Vorwand in seine Wohnung gelockt haben. Dort soll Sven S. laut Anklage das ahnungslose Opfer überrascht und mit drei Schüssen aus einer illegal besessenen Schusswaffe getötet haben.

<p>SEK-Beamte suchen in Bargteheide nach dem mutmaßlichen Täter.</p>

SEK-Beamte suchen in Bargteheide nach dem mutmaßlichen Täter.

Foto: Patrick Niemeier

Die Waffe hatte er auf seiner Flucht in einem Tümpel in Bargteheide entsorgt.

Der Angeklagte soll nicht bereit gewesen sein, die von seiner Ex-Freundin ausgesprochene Trennung zu akzeptieren. Ein Leben ohne ihn wollte er ihr nicht gestatten.

Während die Anklageverlesung hielt der Angeklagte den Kopf gesenkt. Den Augenkontakt mit den Nebenklägern, den Eltern der getöteten 28-Jährigen, vermied er.

Um sein Opfer in seine Wohnung zu locken, habe er die Frau gebeten, ihm vor seiner Rückkehr aus dem Urlaub ein paar Lebensmittel in die Wohnung zu bringen, hieß es in der Anklage, die am Freitag verlesen wurde. Die 28-Jährige willigte ein. Als sie die Wohnung betrat, zu der sie noch einen Schlüssel besaß, bedrohte er sie sofort mit der Waffe und schoss dreimal auf sie.

Anschließend flüchtete er zunächst. Er wurde am folgenden Tag auf einem Campingplatz im wenige Kilometer entfernten Ammersbek festgenommen. Schwer bewaffnete Polizisten hatten zuvor stundenlang nach dem 35-Jährigen gesucht.

Unklar blieb zunächst, warum die 28-Jährige sich auf die Bitte des Angeklagten einließ. Anfang April 2016 hatte sie laut Anklage eine gerichtliche Verfügung erwirkt, die dem als gewalttätig geltenden Mann jeden Kontakt zu ihr untersagte. Sie habe aber Angst gehabt, dass er ihr oder ihren Eltern etwas antun könne, deshalb habe sie den Kontakt nicht abrupt abbrechen wollen, sagte Staatsanwalt Nils-Broder Greve am Freitag. 

Der Prozess wird am 3. März fortgesetzt. Dann will der Angeklagte sich nach Angaben seines Verteidigers voraussichtlich zu den Vorwürfen äußern. Insgesamt sind zu dem Prozess mehr als 40 Zeugen geladen. Ein Urteil wird voraussichtlich im Mai erwartet.

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