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Stormarner Tageblatt

23. Oktober 2017 | 19:25 Uhr

Protest mit Kreuz und Fahrradhelm

vom

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Sommerland | Der Himmel meinte es gut mit rund hundert Radfahrern aus Herzhorn und Sommerland, die sich am Pfingstsonntag auf einer Wiese an der Landstraße L 168 zum Fahrradgottesdienst trafen. Unter dem Motto "Gemeinsam sind wir stark" eröffnete Pastor Friedrich Kleine im vollbesetzten Kirchenzelt den Gottesdienst und nannte gleich zu Beginn das Anliegen der Gemeinde: die Hoffnung auf den baldigen Bau eines Radwegs zwischen Herzhorn und Dükermühle.

Sommerlands Bürgermeisterin Helga Ellerbrock las die biblische Pfingstgeschichte auf plattdeutsch, in der es heißt: "Un se wörn all vull vun hilligen Geist". Der Geist des Humors und des Widerstands kam in der Predigt zum Ausdruck. Darin wurden "Vier Geschichten aus dem Leben" in kurzen Dialogen erzählt. Sarah Rathsach, Henrik Stünitz, Tessa von Leesen und Patrik Timmermann beschrieben die Schwierigkeiten Jugendlicher, von ihren Eltern die Erlaubnis zu bekommen, mit dem Rad die L 168 zu befahren. Herzhorns Bürgermeister Wolfgang Glißmann stellte mit seiner Frau Susanne das Radfahren auf der L 168 humorvoll als eines der letzten Abenteuer in der Elbmarsch dar. Pastorin Julia Rabel hob im Dialog mit dem Herzhorner Gemeindevertreter Klaus Fox hervor, dass Radfahrer keine schwachen Verkehrsteilnehmer seien, sondern schwach gemacht würden. Dies dürften sie sich nicht gefallen lassen.

Nach der Melodie des Chorals "Geh aus mein Herz und suche Freud" sang die Gemeinde die für den Fahrradgottesdienst gedichtete Zukunftsvision: "Die Räder rolln auf dem Asphalt / der Radweg erfreuet Jung und Alt / am schönen Lesigfelde;/ die Wiesen liegen hart dabei / und klingen ganz vom Lustgeschrei/ der Leut auf ihren Rädern." Nach dem Gottesdienst füllten die Besucher Postkarten aus, die an den Kieler Wirtschaftsminister Reinhard Meyer adressiert sind und auf denen der zügige Baubeginn des Radwegs gefordert wird.

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