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Ahrensburger fürchten Strahlung : Protest gegen neuen Funkturm

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Anlieger sammeln Unterschriften gegen Telekom-Turm. Initiative sieht Gesundheit in Gefahr und befürchtet Wertverlust der Immobilien am Ort.

239 Unterschriften hat eine Ahrensburger Initiative gesammelt. Die Unterzeichner lehnen einen geplanten Funkturm zwischen Starweg und Ostring ab, den die Telekom plant. Gestern übergaben drei Bürger die Unterschriften an Ahrensburgs Bauamtsleiter Ulrich Kewersum. „Vor zwei Wochen haben wir von dem Projekt erfahren“, sagt Bolko Christian Lasar. Ein 40 Meter hoher Funkturm beeinträchtige das Landschaftsbild und gefährde die Gesundheit der Anrainer.

Nach bisherigen Auskünften solle das UMTS- und GSM-Mobilfunknetz damit verstärkt werden, hat Thomas Schultze erfahren. Die Versorgung in Großhansdorf, Schmalenbeck und Ahrensburg solle damit verbessert werden. „Wir wissen aber nicht, welche Anbieter dort senden werden“, sagt er, „oder baut jedes Unternehmen eigene Masten?“ Der Bauherr hat sich mit der Initiative noch nicht auseinandergesetzt.

Sorgen bereitet den Protestlern die elektromagnetische Strahlung solcher Sendemasten. „Auf dem Papier werden die Richtwerte eingehalten“, sagt Lasar, „wenn die Masten dann aber stehen, ist die Belastung um ein Vielfaches größer.“ Durch die Dauerbestrahlung über Jahre hinweg werde die Gesundheit der Anwohner nachteilig beeinflusst, so Schultze. „Die Auswirkungen sind zum Teil noch gar nicht bekannt.“

Dazu komme der Wertverlust der Grundstücke, die Makler vorhersagten. Die Zufahrt zum geplanten Standort führe über einen viel genutzten Wanderweg, den viele Kinder und Senioren nutzten. Gerade in der Bauphase würden die gefährdet.

Immerhin hat die Telekom einer öffentlichen Debatte zugestimmt. „Sonst dürften wir keine Auskunft geben“, sagt Kewersum. Der Umweltausschuss habe die Eingabe ausführlich geprüft, aber keine Chancen zur Verhinderung des Projekts gesehen. Das Verfahren sei allerdings unglücklich gelaufen. „Wenn die eingereichten Unterlagen vollständig sind und die Behörde nichts unternimmt, gilt automatisch Baurecht“, sagt er. Ansprechpartner für den Protest sei die Telekom, nicht die Verwaltung.

Jetzt hoffen die Mitglieder der Initiative auf ein Gespräch beim Bürgermeister, das am kommenden Dienstag stattfinden soll. Von ihm erhoffen sie sich Unterstützung. Dabei sollen auch Vertreter der Telekom sein. Einen Ortstermin hat das Unternehmen hingegen abgelehnt. Die Initiative hofft noch darauf, dass ein anderes Grundstück in die engere Wahl kommt. „Wir sind sicher, dass der sich finden lässt“, sagt Schultze. Ein Standort solle sensibel und nicht in der Nähe von Wohngebieten gesucht werden, pflichtet Lasar bei.

Das Meinungsbild der Anwohner sei eindeutig, sagt Ludger Schröer: „Ich habe bei 40 Leuten wegen einer Unterschrift gefragt, nur drei haben sie verweigert.“ 80 Prozent seien gegen das Projekt, schätzt Schultze. Auch seien noch gar nicht alle Bewohner des Quartiers Waldgut Hagen, Schmalenbeck und Großhansdorf befragt worden.

Kontakt zum Grundbesitzer haben die drei noch nicht gefunden. „Wir haben den Bauern noch nicht erreicht, das ist schwierig“, sagt Lasar. Dass sich ein privilegiertes Bauvorhaben schwer verhindern lässt, ist der Initiative klar. „Wir sind nicht technikfeindlich“, sagt Schultze, „aber sie muss nicht um jeden Preis durchgesetzt werden.“




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