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Rettungstag : Professionalität im Trümmerfeld

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Viel Lob für die gut 200 Einsatzkräfte in Bargteheide und hunderte Zuschauer verblüfft.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Menschen schreien vor Schmerzen, Kinder rufen nach ihren Eltern. Die Einsatzstelle gleicht einem riesigen Schrottplatz. Wegen einer Baustelle ist die Autobahn verschwenkt worden und genau an dieser Stelle hat sich ein schwerer Unfall ereignet. Dutzende Autos, Wohnwagenanhänger, ein Bus und mehrere schwere Baumaschinen sind in den Unfall verwickelt. Und mittendrin viele Verletzte, darunter auch Kinder.

Wettlauf gegen die Zeit

Für die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Technischem Hilfswerk (THW) beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Sie müssen die Verletzten finden, müssen versuchen, diese blutenden und um Hilfe rufenden Menschen aus dieser Hölle zu befreien. Schnell wird klar, es hat auch Tote gegeben. Ein Umstand, der die Arbeit noch einmal erschwert.

Mühsam bahnen sich die Männer der Feuerwehr und des Rettungsdienstes einen Weg durch den riesigen Schrottberg. Dabei müssen sie äußerst vorsichtig agieren, denn niemand weiß, wie instabil die Autos aufeinander liegen. Gleichzeitig aber müssen sie auch schweres Gerät an die Einsatzstellen bringen, um die Verletzten aus ihren misslichen Lagen zu befreien. Und ihnen sitzt die Zeit im Nacken.

Natürlich ist das ganze Szenario hier nur gestellt. Rechts und links dieses Szenarios stehen hinter der Absperrung hunderte Zuschauer, die sich diese große Übung ansehen wollen. Michael Schermer von der Freiwilligen Feuerwehr Bargteheide und seine Mitstreiter, zu denen unter anderem sein Vizewehrführer Mike Kortmann, Mitarbeiter des THW und weiterer Feuerwehren aus der Umgebung zählen, haben monatelang an der Großübung gefeilt. „Wir wollen jeden Verletzten schonend retten, wollen dabei erklären, wie man in jedem einzelnen Fall vorgeht“, sagt der Pressesprecher der Bargteheider Feuerwehr, Frank Westerwald. Daher seien bei jedem der über 20 Verletzten, die allesamt von Laiendarstellern gespielt werden, auch Betreuer dabei. Und auch für jeden Mitarbeiter des Rettungsdienstes seien erfahrene Profis dabei, um zu kontrollieren, ob sie alles richtig machen oder gegebenenfalls auch Korrekturen vorzunehmen. „Die Sanitäter sind alle noch in der Ausbildung und sollen hier lernen, sollen Erfahrungen sammeln“, so Westerwald.

„Zu beiden Seiten des inszenierten Unfalls stehen Zuschauer, die das Geschehen vor Ort beobachten und schon während des Einsatzes staunend zusehen, mit welcher Routine, mit welcher Gelassenheit die Einsatzkräfte trotz der Anspannung den Einsatz abarbieten. Unter den Beobachtern ist auch Landrat Klaus Plöger: „Das ist spitzenmäßig, was die Männer uind Frauen hier leisten. Mein Dank gilt allen ehrenamtlichen Helfern und besonders den Verletztendarstellern, die teilweise richtig lange in ihren misslichen Situationen ausharren mussten, bis sie schließlich „dran“ waren.“ Ähnlich äußerte sich Bürgermeister Henning Görtz: „Ich bin schwer beeindruckt von der Sachkompetenz der Einsatzkräfte und von der Koordination eines solch großen Einsatzes. Ein großes Kompliment muss ich Michael Schermer und seinen Mitstreitern aussprechen, die das Ganze perfekt vorbereitet haben und dafür weit über den normalen Einsatz- und Übungsbetrieb hinaus tätig waren.“

In der Tat hätten viele der ehrenamtlichen Helfer extra Urlaub genommen, um beim Auf- und Abbau sowie bei der Übung selbst dabei sein zu können. Mehr als 200 Männer und Frauen waren an der Großübung zum sechsten Bargteheider Rettungstag beteiligt. Dazu zählten die Auszubildenden des Rettungsdienstverbundes des Landes Schleswig-Holstein, ehrenamtliche Rettungsdienstmitarbeiter mehrerer Organisationen, Helfer des Technischen Hilfswerkes aus Ahrensburg und Lübeck sowie Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus Bargteheide, Ahrensburg, Reinfeld, Delingsdorf, Hammoor, Tremsbüttel, Klein Hansdorf-Timmerhorn und Koldenbüttel (Nordfriesland). Auch Andre Weiss vom Rescue-Trainingscenter in Baden Württemberg war mit seinen Mitarbeitern wieder mit von der Partie.

Zahlreiche Beobachter dabei

Als Beobachter waren neben Kreisbrandmeister Gerd Riemann, Landrat Klaus Plöger und Kreispräsident Hans-Werner Harmuth auch Offiziere und Feldwebeldienstgrade des Kreisverbindungskommandos der Bundeswehr sowie der Polizei anwesend. „Der Dank der Feuerwehr gilt den vielen Firmen und Unternehmen, die wie schon in den Jahren zuvor die Feuerwehr mit schwerem Gerät, vielen Materialien und kleinen Spenden unterstützt haben, ohne die eine solche Veranstaltung nicht durchzuführen wäre. Dazu zählt natürlich auch „Backring Nord“, auf dessen Ladestraße wir dieses Szenario schon während der regulären Betriebszeiten ab Donnerstag aufbauen durften“, sagte Cheforganisator Michael Schermer.

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