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Stormarner Tageblatt

20. Oktober 2017 | 08:08 Uhr

Trittau : Premiere in der Verwaltung

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

In der Verwaltung von Gemeinde und Amt Trittau gibt es erstmals eine Auszubildende in Teilzeit: Eine gute Möglichkeit, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen.

Das hat es in der Trittauer Verwaltung bislang nicht gegeben: Sie heißt Larissa Kühl und ist die erste Auszubildende im Amt Trittau, die eine Teilzeitausbildung zur Verwaltungsfachangestellten macht. Für die 28-Jährige, die bereits eine Ausbildung zur Hotelfachfrau absolviert hat, ist das die Chance, einen familienkompatibleren Beruf zu erlernen und trotzdem Zeit für ihren drei jarhe alten Sohn zu haben.

„In der Gastronomie sind die Zeiten für mein Kind schlecht unter einen Hut zu bringen“, hat sie festgestellt und sich unter 39 Bewerbern durchgesetzt. Ein Team aus Bürgermeister Oliver Mesch, Ausbildungsleiterin Svenja Wettstädt, der Gleichstellungsbeauftragten und dem Personalrat hatte letztendlich acht Bewerbungsgespräche geführt und sich innerhalb nur eines Tages für die alleinerziehende und sympathische Mutter entschieden.

Seit dem 1. August arbeitet Larissa Kühl im Amt Trittau am Empfang und ist sehr zufrieden: „Alle sind sehr freundlich und es ist eine interessante Arbeit.“ 30 Stunden umfasst ihre Teilzeitausbildung im Betrieb. In der Berufsschule und der Verwaltungsakademie in Bordesholm in der Nähe von Neumünster, wo eine zusätzliche Vorbereitung auf die Zwischen- und Abschlussprüfung über jeweils mehrere Wochen erfolgt, muss sie jedoch wie alle anderen die volle Zeit absolvieren. „Ich schaffe das nur dank der Hilfe meiner Mutter, die meinen Kleinen nach dem Kindergarten betreut“, ist sie ihren Eltern für diese Unterstützung dankbar.

Die Ausbildung dauert drei Jahre, in der Larissa Kühl verschiedene Fachbereiche durchläuft. Prüfungsrelevante Themen sind das Personalwesen, das Verwaltungsrecht, das Haushaltsrecht und das Sozialrecht. Nicht in der Prüfung gebraucht wird das Baurecht. „In solchen nicht prüfungsrelevanten Abteilungen können wir die Zeit eventuell kürzen“, so Wettstädt, die insgesamt drei Auszubildende betreut. Jedes Jahr wird einer eingestellt, auch die Teilzeitausbildung ist im nächsten Jahr wieder möglich. Die neue Ausschreibung erfolgt in Kürze.

Bürgermeister Oliver Mesch ist begeistert: „Ich bewundere es sehr, neben der Kinderbetreuung noch einmal ganz neu anzufangen. Das ist sicher sehr anstrengend. Aber es gab schon einige positive Rückmeldungen.“

Für Notfälle verweist er auf die Notfallbetreuung, die das Amt anbietet. Er sieht in der Möglichkeit zur Teilzeitausbildung ein wichtiges gesellschaftspolitisches Signal und sieht es auch als Chance, gute Leute an die Verwaltung zu binden: „Wer eine Ausbildung und die Kindererziehung unter einen Hut bekommt, muss gut organisieren können und belastbar sein.“



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