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Stormarner Tageblatt

18. Oktober 2017 | 15:20 Uhr

Bad Oldesloe : Premiere am Moordamm

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Wegen der Flüchtlingsunterbringung in der Kurparkschule musste der DRK Blutspendedienst kurzfristig umziehen. Der neue Standort im Gemeindezentrum Moordamm wurde am ersten Tag gut angenommen.

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erstellt am 01.Sep.2015 | 10:39 Uhr

Das war ein Schlag ins Kontor für das DRK. Weil in der Kurparkschule Flüchtlinge einquartiert sind, steht sie für die Blutspendetermine nicht mehr zu Verfügung. Die Erinnerungsschreiben an die Blutspender waren schon verschickt, als dem DRK das eher zufällig bekannt wurde. Eine Mitarbeiterin der Verwaltung, die auch im Ortsverein aktiv ist, machte darauf aufmerksam. „Da mussten wir uns ratzfatz auf die Suche machen“, schildert Till Quint, Sprecher des Blutspendedienstes, die Reaktion des DRK. Die Stadt habe zwar sofort das Bürgerhaus als Blutspendequartier angeboten, doch das sei wegen seiner Lage in der Fußgängerzone nicht optimal. Zudem ist dem DRK an einer Dauerhaften Bleibe gelegen.

Anmeldung, Voruntersuchung, Ärztezimmer, Spenderaum, Küche, Imbissraum. „Wir haben ein Raumvolumen, das wir einfach benötigen“, macht Quint deutlich: „Da gibt es in Oldesloe nicht so viele Möglichkeiten.“ Über private Kontakte kamen die Gemeinderäume der Freikirche am Moordamm ins Gespräch. Wie könnten wir aufbauen? Wo bereiten wir das Catering vor? Fragen die schnellstens geklärt werden mussten. Ein Besichtigungstermin ergab: Es passt. Gestern dann die Feuerprobe. Kann wirklich alles untergebracht werden? Der Aufbau dauerte länger als normal, aber alle Ausrüstung konnte gut aufgestellt werden. Es ist vielleicht etwas enger als in der Kurparkschule, ganz sicher noch ungewohnt, aber es geht. Die Spender haben den neuen Ort sofort angenommen. Noch vor dem offiziellen Start um 15. 30 Uhr bildete sich eine lange Schlange am Eingang.

„Heute kommen viele Spender“, merkt Denise Oldmann schnell. Sie ist die ehrenamtliche Chefin des Imbissbereichs. 22 Frauen bilden das Küchenteam. Elf schieben Dienst, am nächsten Tag wird gewechselt. „Damit kommen wir zurecht“, sagt Denise Oldmann: „Das sind immer anstrengende Tage.“ Für die 32-Jährige ist es erst der vierte Termin. Vor einem Jahr hat sie die Leitung von Irene Bläsing übernommen, die dieses Amt Jahrzehnte inne hatte. „Auch wenn viele der Frauen meine Oma sein könnten, bin ich herzlich aufgenommen worden und alle sind noch dabei“, erzählt Denise Oldmann.

An den zwei Tagen verarbeitet ihr Team 50 Laibe Brot. Zehn Kilo Beefhack und Thüringer Mett, vier Kilo Wurst, sieben Kilo Käse, Eier, Salate und vieles mehr werden als Belag benötigt. Bad Oldesloe ist nach Bargteheide der zweitstärkste Spenderstandort in der Region. Das hat Tradition, denn am 9. Oktober 1959 fand der erste Spendetermin des neue gegründeten Blutspendedienstes Nord in der Kreisstadt statt. Rund 220 Freiwillige werde bis heute Abend erwartet.

Bei der Premiere am Moordamm wurde Helmuth Diercks ausgezeichnet. Souverän hat er seine 100. Spende hinter sich gebracht. „1980 bin ich angefangen“, weiß er noch ganz genau: „Wir waren damals eine richtige Klicke bei der Autokraft.“ Da hielt man zusammen und ging auch gemeinsam zum Blutspenden. „Früher haben wir gleich danach in der Kneipe wieder aufgetankt – soll man ja nicht“, verrät der Jubilar eine „Jugendsünde“. Seine erste Spende war in Oldesloe – damals noch in der Stadtschule. „Als Busfahrer war ich viel unterwegs – da passte es mit den Terminen oft nicht, sonst hätte ich schon mehr gespendet“, sagt der Rethwischer. Mit 68 Jahren und 100 Spenden ist für Diercks noch lang noch nicht Schluss. „Solange ich mich gesund fühle, spende ich selbstverständlich weiter.“ Bis zum Alter von 72 Jahren darf Blut gespendet werden. Erstspender dürfen aber nicht älter als 65 sein.

 

 

Blutspende heute 15.30 - 19.30 Uhr, Gemeindehaus am Moordamm

 

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