Trittau : Pralinen, Piccolo und Massageöl zum Abschied

Verabschiedet: Ute Agatz.
Verabschiedet: Ute Agatz.

Schulverbandsvorsteherin ist im Ruhestand und der neue Schulhof am Gymnasium feierlich eingeweiht.

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09. Juni 2018, 05:30 Uhr

Der neue Schulhof am Gymnasium Trittau ist feierlich eingeweiht worden. Die Anlage mit zwei Grills, die außerhalb der Schulzeiten nach Anmeldung auch öffentlich genutzt werden können, wurde von „Holsteins Herz“ mit 88 000 Euro bezuschusst. Gesamtkosten 169 000 Euro. Voraussetzung für die Förderung war, dass es weitere Sponsoren gibt und auch die Nutzer selbst mit anpacken. Zahlreiche Sponsoren wie die Raiffeisenbank, die Trittauer Bürgerstiftung, der Verein der Freunde des Gymnasiums und der Schulelternbeirat trugen etwas zum Gelingen bei. Gemeinsam mit den Pfadfindern bauten die Schüler Hochbeete und Chillmöbel aus alten Paletten. Zudem trat jede Klasse eine Schulstunde lang an, um das alte Pflaster hochzunehmen.

Beim Einweihungsfest mit Schülern, Elternbeirat, mehreren Bürgermeistern des Amtes Trittau sowie Sponsoren und dem Schulverband wurden die Grills eingeweiht, es gab Vorführungen von der Zirkus AG und Reden der Eltern- und Schülervertretung.

Zudem wurde Schulverbandsvorsteherin Ute Agatz von den drei Schulleitern des Gymnasiums, der Hahnheideschule und der Grundschule verabschiedet. Sie erhielt neben Blumen eine große Kiste mit vielen kleinen Päckchen. „Das war sehr liebevoll gemacht. Es gab ganz viel Material für die Beschäftigung mit meiner Enkelin aber auch für die Erholung danach mit Pralinen, ein Piccolo und Massageöl“, freute sich Agatz. Zudem wurde ein Gedicht vorgetragen.

Ute Agatz hat sich nicht gerne von dem Amt verabschiedet: „Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich glaube, ich konnte auch einiges bewegen“, sagte sie. Der Hintergrund ihres Abschieds ist denn auch unerfreulich: „Ich wurde von drei Herren erpresst, nicht wieder für die SPD zu kandidieren. Hätte ich kandidiert, wären die anderen zurückgetreten. Solche Methoden habe ich noch nie erlebt“, berichtet sie und man merkt ihr die Empörung noch immer an. 25 Jahre war sie Gemeindevertreterin für die SPD, nach diesem Vorfall ist sie noch vor der Kommunalwahl ausgetreten.

„Das Verhalten hat den Ausschlag gegeben, aber ich war auch vorher schon mit der Bundespolitik unzufrieden“, erklärt Agatz. Sie habe den Rückzug gewählt, weil keine Vertrauensbasis mehr da war und so kein vernünftiges politisches Arbeiten möglich gewesen wäre. „Aber mit solchen Menschen möchte ich auch nicht meine Freizeit verbringen. Das Ganze ist mir schon sehr nahe gegangen.“ Die Folge ist das Ausscheiden aus dem Schulverband, der ihr sehr am Herzen gelegen hat. Sie war die Initiatorin für die blauen Häuser, in ihre Zeit fiel der Anbau an die Hahnheideschule und die Wandlung in eine Gemeinschaftsschule mit Oberstufe. Und obwohl der Abschied menschlich enttäuschend war und man ihr die Wehmut anmerkt, freut sie sich auf neue Aufgaben: An 1. Stelle steht da das Enkelkind, aber endlich ist auch mal Zeit, alte Freundschaften wiederzubeleben und zu pflegen.

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