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Stormarner Tageblatt

17. August 2017 | 23:57 Uhr

Power Metal im Jubiläums-Jahr

vom

Veranstalter des Festivals ziehen positive Bilanz / Polizei und Sanitäter melden weniger Einsätze, als im vorigen Jahr

wacken | "Wetter gut, alles gut", Holger Hübner hatte diese Worte kaum ausgesprochen, als am letzten Tag des 24. Wacken Open Airs ein dicker Platzregen niederging. Der Veranstalter des weltgrößten Heavy-Metal-Festivals zog zusammen mit seinem Partner Thomas Jensen ein durchweg positives Fazit. Es sei wie immer eine große Party gewesen, viele Leute hätten Spaß gehabt. "Mehr wollen wir doch gar nicht."

Die große Hitze machte so manchem Metal-Fan zu schaffen. Sonnenbrände und Kreislaufkollapse waren an der Tagesordnung. Dennoch zählte Dr. Achim Marx vom Sanitätsdienst weniger Patienten als im vorigen Jahr. Medienberichte, nach denen harte Drogen auf dem Gelände gefunden und Einsatzkräfte angegriffen worden seien, dementierte er. "Die Kriminalität auf dem Festival liegt unter den Zahlen vom letzten Jahr", erklärte PolizeichefNorbert Trabs. Sie bestehe vor allem in Zeltdiebstählen. Erneut bestätigte er den Ruf des WOA als "sicheres Festival".

Überschattet wurde die Veranstaltung von einem Todesfall und zwei Schwerverletzten. Ein etwa 50-Jähriger war leblos in seinem Zelt gefunden worden. Grund sei ein Kreislaufversagen, wie Dr. Achim Marx informierte. Ein 22-jähriger Kieler, der sich bei der Explosion einer Gaskartusche verletzt hatte, schwebe nicht mehr in Lebensgefahr und sei im Krankenhaus auf dem Weg der Besserung. Auch der Kameramann, der bereits zu Beginn des Festivals in der Wrestling Arena gestürzt und sich den Lendenwirbel gebrochen hatte, werde keine bleibenden Schäden davon tragen.

Unbeschadet konnten hingegen Dorrit und Sophia (beide 21) aus Kiel das WOA wieder verlassen. Die beiden Freundinnen hatten ihren ersten Festival-Trip "ganz ohne Männer" rundum genossen. Nur ein kleines schmerzhaftes Andenken nehmen die beiden mit nach Hause, wie Dorrit verriet: "Wir haben einen Sonnenbrand auf dem Rücken, weil wir beim Auftritt von Sabaton über Stunden direkt in der Menge standen." Den Mädels war es das wert, im Gegenzug ließen sie immerhin auch etwas von sich da. "Am letzten Abend haben wir beim Auftritt von Megabosch unsere BHs auf die Bühne geworfen. Das stand auf unserer Liste der Dinge, die wir im Leben unbedingt mal machen wollten", verrät Sophie.

Als "hammer arschgeil" wird auch Karin (23) das WOA in Erinnerung bleiben, die zusammen mit ihrer Clique aus der Schweiz angereist war. Kumpel Patric (23) konnte das nur bestätigen: "Das ganze Ambiente hier ist einfach geil." Trotz mehr als zwölf Stunden Heimfahrt hatten sie am Abreisetag die Ruhe weg. "Wir fahren heute nur bis Hannover und am nächsten Tag den Rest", sagte Patric. In ihrem Wohnwagen samt Vorzelt hatten sie sich einen richtigen Metal-Palast eingerichtet, inklusive riesigem Holzkreuz und satanisch verzierten Barbiepuppen, die von der Decke hingen. Bei der Frage nach ihrem persönlichen Highlight müssen die acht nicht lange überlegen: "Alice Cooper und Rammstein waren am besten."

Die Musik war zwar nicht der Grund, der Andy (25), René (20) und "Chefkoch" (29) aus Rendsburg und München nach Wacken gelockt hatte, den Jungs hat der erste WOA-Besuch trotzdem gefallen. "Wir hören eigentlich mehr Hip Hop und House und ziehen uns auch nicht schwarz an, aber die Leute haben uns hier alle super nett aufgenommen", zog Andy Bilanz. Zusammen hatten die Drei am Viva con Aqua-Stand gearbeitet und sich abends nach Feierabend die Konzerte angeguckt. "Ihr Fazit: Rammstein und Subway to Sally waren der Knaller."

Trotz der bevorstehenden Aufbruchstimmung galt am letzten Festivaltag: Nach dem WOA ist vor dem WOA. Während am Sonnabend tausende Metal-Fans trotz eines Platzregens weiter feierten, wurden bereits einige Headliner für das 25. Jubiläums-Wacken Open Air 2014 bekannt gegeben. Neben Kreator, Amon Amarth, Apocalyptica und Schandmaul dürfen sich die Fans vor allem auf Avantasia freuen. Ihre große Welttournee will die Power-Metal-Band mit einem Auftritt auf den Äckern von Wacken beschließen. "Wir machen es groß", kündigte Frontsänger Tobias Sammet an.

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erstellt am 05.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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