Ahrensburg : Post-Demo zu früher Stunde

Etwa 80 Postler informierten gestern morgen in Ahrensburg über die Gründe ihres seit Wochen andauernden Streiks.
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Etwa 80 Postler informierten gestern morgen in Ahrensburg über die Gründe ihres seit Wochen andauernden Streiks.

80 Paket- und Briefzusteller aus Ahrensburg, Trittau und Hamburg informierten auf dem Rondeel

shz.de von
01. Juli 2015, 15:01 Uhr

Der Eindruck, die Postler wollen mehr Geld und weniger arbeiten, sei falsch. So steht es jedenfalls in einem Flugblatt, das gestern von streikenden Postbediensteten auf dem Ahrensburger Rondeel verteilt wurde. Allerdings um 8 Uhr, als fast keine Passanten in der Innenstadt unterwegs waren. Etwa 80 Paket- und Briefzusteller aus den Bereichen Ahrensburg, Trittau, Rahlstedt, Poppenbüttel und Volksdorf waren dem Aufruf von Verdi zu dieser kleinen Demonstration gefolgt, die unter dem Motto stand: „Gewinne rauf, Löhne runter – Ihr spinnt wohl!“ Das würde sich aber nicht auf die eigenen Tarifverträge beziehen, sondern auf die Gründung regionaler Paket-Zustellgesellschaften, in denen geringere Löhne gezahlt würden. „Vertragsbruch und Einkommensklau durch Ausgliederung“ nennt das die Gewerkschaft.

Nach Angaben von Verdi befinden sich in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen etwa 3400 Postler im Streik. Der begann am 1. April und ist seit dem 8. Juni unbefristet. Allerdings wurden für den 3. Juli weitere Gespräche anberaumt.

Stormarn ist in die Postleitzahl-Bezirke 22 und 23 geteilt. Entsprechend unterschiedlich ist die Zustellung. In manchen kleineren Orten wird fast normal ausgetragen, vor allem im Norden Stormarns, dem Bezirk 23 mit den Zustellstützpunkt in Lübeck, kommt dagegen seit Wochen so gut wie nichts in den Haushalten hat. Wieder anders ist es bei Paketen, die eher in Städten, aber so gut wie gar nicht auf den Dörfern ausgeliefert werden.

Ein wenig hat sich das geändert, da die Post zusätzliche Aushilfen angeheuert hat sowie nicht streikenden Zustellern Zuschläge anbot, die am Sonntag austragen – was von Verdi und zum Teil auch aus der Politik scharf kritisiert wurde.


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