zur Navigation springen

Glinde : Positive Konjunkturdaten, aber zu wenig Fachkräfte

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Jedes zweite Unternehmen der Wirtschaftsregion Holstein/Hamburg erwartet eine steigende Auftragslage.

Jedes zweite Unternehmen der Wirtschaftsregion Schleswig-Holstein/Hamburg hat seine wirtschaftliche Situation im Vergleich zum Vorjahr verbessern können. Das geht aus der Konjunkturumfrage 2016 des VSW (Verband und Serviceorganisation der Wirtschaftsregionen Holstein und Hamburg) hervor, die jetzt in der Glinder Geschäftsstelle des Verbandes veröffentlicht wurde. „50 Prozent der befragten Firmen gaben diese positive Antwort, im Vorjahr waren es nur etwa 30 Prozent“, sagte VSW-Vorsitzender Michael Voigt.

Dabei wies Voigt darauf hin, dass der positive Trend seit drei Jahren anhalte, „im Jahr 2014 meldeten viele Firmen eine deutliche Verbesserung, die im Jahr 2015 als gleichbleibend gut bewertet wurde.“ Dem VSW gehören 351 Mitgliedsunternehmen an, jedes dritte hatte sich an der Umfrage beteiligt. Etwa 45 Prozent der Unternehmen erwarten eine Steigerung der Auftragslage im zweiten Halbjahr 2016, sieben Prozent befürchten einen Rückgang (Vorjahr 3,9 Prozent).
Die positive Gesamtlage macht zugleich aber auch eine negative Begleiterscheinung deutlich: Es fehlen Fachkräfte. „Es gibt Probleme, die offenen Stellen zu besetzen“, nannte der stellvertretende Vorsitzende Oliver Franke als Beispiel die Lage in Hamburg, „offene Stellen für Elektriker können zurzeit nicht besetzt werden, teilweise werden Aufträge nicht angenommen, weil die Mitarbeiter fehlen.“

Aber, so Franke, es gebe eine „Lösung“ – die Einstellung von Migranten. „Jedes fünfte Unternehmen beschäftigt bereits Mitarbeiter aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak, jedes zweite Unternehmen wäre bereit, Migranten trotz mangelnder Sprachkenntnisse einzustellen“, sagte VSW-Geschäftsführerin Nicole Marquardsen, „die meisten Unternehmen haben ihre Bereitschaft bekundet, sich an der Integration der Zuwanderer zu beteiligen.“ In diesem Zusammenhang fordert der VSW eine deutliche Verbesserung des Asylverfahrens- Lange Wartezeiten für die Antragstellung und Unsicherheiten zum Wohnsitz behindern oftmals die Einstellung von Zuwanderern. „Was nutzt es, wenn eine Firma jemanden einstellen will, dem dann ein ganz anderer Wohnsitz zugewiesen wird“, kritisierte Michael Voigt.

Fast 50 Prozent der Firmen sehen eine langfristige Bleibeperspektive (positives Asylverfahren) als eine wesentliche Anforderung für die Einstellung, jedes dritte Unternehmen wünscht sich eine passende Berufsausbildung und fast ebenso viele Firmen möchten passende berufliche Vorkenntnisse.



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen