zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

15. Dezember 2017 | 15:23 Uhr

Autos raus : Polleralarm in Oldesloe

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Neuerdings gibt es deutlich weniger Ausnahmen für das Befahren der Fußgängerzone. Das soll mit neuen Pollern noch strenger werden. Das Problem „Radfahrer“ ist damit trotzdem noch ungelöst.

23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 09.Mär.2016 | 06:00 Uhr

Es ist auffällig ruhig geworden in der Oldesloer Fußgängerzone: Keine Paket- oder Geldtransporter mehr, kaum noch Taxen. doch nicht jeden macht diese Verkehrsberuhigung froh.

Der Hintergrund ist klar: Immer mehr Ausnahmen, immer mehr Verstöße gegen die Befahrensregeln – darunter hatte die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt massiv gelitten. Politik musste handeln. Deshalb wurde mit breiter Mehrheit beschlossen, an den Zugängen zur Fußgängerzone Poller zu installieren, die nicht mehr mit einem gängigen Schlüssel versenkt werden können, sondern ein elektrisches Signal benötigen. Zudem wurde eine Ausnahmeregelung aus dem Jahr 1979 aufgehoben. Denn nur, wenn die Befahrensregeln eindeutig sind und Verstöße durch bauliche Maßnahmen minimiert werden, kann die Polizei Verstöße ahnden.

Dagegen regt sich Widerstand. „Der menschliche Aspekt ist ganz verloren gegangen“, beklagte Taxi-Unternehmerin Ute Toffolo-Röder. „Uns hat es eh keinen Spaß gemacht, Alte und Behinderte zum Arzt oder Friseur in der Fußgängerzone zu fahren“, sagt sie. Die aktuelle Regelung sei unsozial.

Dem widersprach die Verwaltung. Bürgeramtsleiter Thomas Sobczak machte deutlich, dass Schwerbehinderte mit einer Parkerleichterung sehr wohl in die Fußgängerzone gefahren werden dürfen – aber eben nur noch während der Lieferzeiten von 6 bis 10.30 und von 18 bis 22 Uhr. Darauf müssten dann eben Arztbesuche abgestimmt werden. „Es muss nicht zwingend der Schwerbehindertenausweis sein, es geht auch mit Attest“, machte er deutlich.

Fragen von Anliegern und Betroffenen konnten geklärt werden. So wird es Stellplatzinhabern weiterhin jederzeit gestattet sein, die Fußgängerzone zu befahren. Während der Lieferzeiten dürfen Taxen auch leer in die Innenstadt fahren, um Behinderte abzuholen. Wer nach Schließzeit der Poller noch in der Mühlenstraße ist, muss sich keine Sorgen machen. „Raus geht immer“, versicherte Bauamtsleiter Thilo Scheuber.

„Die Dinge müssen sich bewähren. Wir brauchen da Praxiserfahrung“, warb Sobczak um Geduld.

Mit der Verbannung von Autos aus der Fußgängerzone ist es allerdings nicht getan. Radfahrer sind ebenfalls als Übeltäter fraktionsübergreifend ausgemacht. Unklar ist allerdings, wie gegen sie vorgegangen werden kann. „Wir können ja wohl kaum Nagelbretter auslegen“, meinte Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD). Uwe Raädisch (CDU) regte an, die städtischen Parkkontrolleure könnten doch einen gewissen Anteil ihrer Arbeitszeit in der Fußgängerzone verbringen. „Die Lösung ist das nicht“, bedauerte Thomas Sobczak: „Die Legitimation endet da, wo es um Personalien-Feststellung geht.“ Hans-Hermann Roden (SPD) machte deutlich, wen er in der Pflicht sieht: „Wir hoffen, dass die Polizei mal häufiger kontrolliert. Die ist für den fließenden Verkehr zuständig.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen