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Bundestagswahl : Politiker – allein unter Schülern

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Fünf Bundestagskandidaten besuchen Schüler in der Oldesloer Festhalle: SPD gewinnt Sympathien und CDU verliert. „Unser Motto ist: Weg vom Podium. Wir wollen das direkte Gespräch fördern und die direkte Diskussion“, so Organisator Ansgar Büter-Menke vom Kreisjugendring.

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erstellt am 17.Sep.2013 | 13:00 Uhr

Am Sonntag gilt es für insgesamt 29 Parteien, die an der Bundestagswahl teilnehmen. Bis dahin müssen sich vor allem die zahlreichen Erstwähler klar werden, wen zu wählen sich lohnt. Um in diesem Punkt Aufklärung zu leisten, hatten der Kreisjugendring Stormarn und der Verband Politischer Jugend Stormarn erstmalig zu einem Treffen der Wahlkandidaten von CDU, SPD, FDP, Die Linke, Grüne und Piraten mit Erstwählern in der Festhalle geladen.

Schüler der Ida-Ehre Schule und des Gesundheitsprofils an der Berufsschule nahmen das freiwillige Angebot gern an. Sie hatten sich auf Fragen zum Thema Wirtschaft und Finanzen, Umwelt und Energie, Außen- und Verteidigungspolitik, Arbeit und Ausbildung, Gesundheit und Soziales sowie Datenschutz und Internet vorbereitet.

Jede Gruppe durfte sich ein Thema aussuchen und zu diesem Thema kamen dann die Kandidaten Gero Storjohann (CDU), Franz Thönnes (SPD), Klaus Peter Eberhard (FDP), Miro Berbig (Die Linke), Tilmann Schade (Grüne) und Oliver Grube (Piraten) an den jeweiligen Tisch. „Unser Motto ist: Weg vom Podium. Wir wollen das direkte Gespräch fördern und die direkte Diskussion“, so Ansgar Büter-Menke vom Kreisjugendring.

Die Schüler schonten die Politiker nicht. Sie bohrten nach, konfrontierten sie mit Aussagen aus dem jeweiligen Parteiprogramm und hörten aufmerksam zu. „Ich muss sagen, dass die Schüler erstklassig vorbereitet sind. Tendenzen kann man natürlich hier und da raushören. Aber die sind bunt verteilt“, so Franz Thönnes nach einer der Diskussionsrunden. „Ich diskutierte gerne, und daher macht mir das auch Spaß“, sagte der Sozialdemokrat. Das sahen auch die Vertreter der anderen Parteien so. Sie ließen sich allesamt auf die Fragen der Schüler ein und mal punktete der eine, mal der andere.

Viele brachten die für sie typische Themen zur Sprache. So zum Beispiel der Pirat Oliver Grube, der gegen die „Gema“ wetterte und behauptete, dass in seiner Partei zahlreiche Musiker und Produzenten vertreten seien, die den Weg der Piraten hin zu kostenlosem Musikzugang mittragen würden. Manche Schüler schauten erstaunt bei seinen Ausführungen, andere fühlten sich in ihrer Haltung bestätigt. Mit diesen Aussagen wurde dann Das Mitglied des BUndestages Gero Storjohann (CDU) konfrontiert, der direkt nach dem Piraten am Tisch für „Internet und Datenschutz“ an der Reihe war. Er versuchte die übermäßige Gema-Kritik des Piraten zu relativieren, hatte mit seiner Meinung, aber zunächst einen schwereren Stand.

„Ich finde es sehr gut, dass man hier direkt mit den Kandidaten in Kontakt kommt, sie erlebt und auch mal merkt, wie sie menschlich so sind“, sagte Bianca Kühl (18), die an eben diesem Tisch saß. Man sei in manchen Meinungen bestärkt, bekomme aber auch neue Eindrücke. „Ich finde diesen Tag für uns sehr gelungen. Ich habe sehr viel aus erster Hand erfahren, von Menschen, die auch wirklich Ahnung von ihrer Materie haben“, sagte auch ihre Zwillingsschwester Solveig Kühl (18).

Klaus Peter Eberhard (FDP) diskutierte am Tisch zu Gesundheit und Soziales über die Unterschiede zwischen privater und gesetzlicher Versicherung. Der Linke Miro Berbig nutzte das Forum, um die Haltung seiner Partei zu Themen wie Bundeswehreinsätzen im Ausland oder auch Mindestlohn deutlich zu machen. Die Grünen hatten mit Tilmann Schade als einzige Partei nur einen Ersatzkandidaten ins Rennen geschickt. Der schlug sich wacker im Gespräch mit Jugendlichen. Er war es , der sich vor Beginn der größten Unterstützung sicher sein konnte. 31 von 73 Schülern wollten seine Partei wählen. Nach den Diskussionrunden wurde erneut abgefragt undie Sympathiewert hatten sich verändert. Das Abstimmungsverhältnis wie folgt: 36 SPD (vorher 22), 23 Grüne (vorher 31), 4 Linke (vorher 3), 4 Piraten (vorher 5), 3 CDU (vorher 13), 2 FDP (vorher 0).

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