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Reinbek : Politik macht Weg frei für Firma Allergopharma

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Dafür muss ein öffentlicher Weg weichen.

von
erstellt am 18.Apr.2017 | 06:30 Uhr

Der Streit um den öffentlichen Weg zwischen den alten und dem Produktionsgebäude von Allergopharma ist zumindest politisch erledigt. Der Bau- und Planungsausschuss hat mit großer Mehrheit einer Änderung des Bebauungsplans zugestimmt, mit dem die öffentliche Widmung des Weges Herrengraben und Hermann-Körner-Straße aufgehoben wird.

Anfang März hatte Allergopharma den 42 Millionen Euro teuren Neubau an der Ecke Hermann-Körner- und Scholtzstraße eröffnet, in dem vor allem auch Präparate für den US-Markt produziert werden sollen. Die US-Gesundheitsbehörde FDA verlange aber einen geschlossenen Produktionsprozess, der mit dem öffentlichen Weg nicht möglich sei, da Vorprodukte aus den anderen Betriebsstätten verarbeitet würden, so Geschäftsführer Dr. Marco Linari. Er war noch nicht in Reinbek, als die Entscheidungen für den Neubau fielen, man den Weg aber wohl nicht auf der Rechnung hatte. Weil sie quasi vor vollendete Tatsachen gestellt wurden, hatten sich die Anwohner massiv beschwert.

Die Politiker verbanden die B-Plan–Änderung mit einem Verkehrskonzept für sichere Fuß- und Radwege sowie Überquerungen der Hermann-Körner-Straße, das parallel erarbeitet werden soll. „Nun sind die Stellungnahmen der Behörden sowie der Bürger abzuwarten“, sagt Ausschussvorsitzender Heinrich Dierking (Forum 21), der überzeugt ist, „dass ein befriedender Ausgleich zwischen den legitimen Anwohner-Interessen an einem sicheren Weg und den ebenfalls legitimen Interessen der Firma Allergopharma nur mit einem öffentlichen städtebaulichen Verfahren hergestellt werden kann.“

Einstimmig wurde der Auslegungsbeschluss für den B-Plan Nr. 99 „Waldhaus Reinbek“ beschlossen. Er umfasst allerdings nur noch das Hotelgebäude, das Schützenhaus, die Loddenallee samt einem Parkstreifen. Das Waldhaus wollte auf der 2004 erworbenen Fläche gegenüber dem Hotel Veranstaltungen wie Box-Events oder Konzerte organisieren. Außerdem hatte das „Stadl“ zu einer Dauerlösung werden sollen. Das 120 Quadratmeter große Holzhaus musste für Hüttengaudis und andere Veranstaltungen alle sechs Monate auf- und wieder abgebaut werden, was nicht mehr gewollt war. Das Verfahren zog sich hin, für Klarheit sorgte schließlich die Stellungnahme der Hamburger Wasserwerke: Östlich der Loddenallee läuft eine Hauptwasserleitung, für die ein acht Meter breiter Arbeitsstreifen vorgesehen ist, der nicht überbaut werden darf. Das betrifft das „Stadl“, die Mehrfachfunktionsfläche sowie die angedachte Waldumwandlung, die nicht mehr im Plan enthalten sind. Der wurde allerdings noch einstimmig ergänzt: Die prägende Baumgruppe vor dem Hoteleingang muss nicht nur erhalten werden, es gilt auch ein Wiederanpflanzungsgebot.

Auf der Tagesordnung stand zum wiederholten Mal der Antrag des Forums  21 zur Aufhebung des Aufstellungsbeschlusses für ein „Sondergebiet öffentliche Unterbringung“ für Flüchtlinge im Stadtteil Krabbenkamp. Amtsleiter Noetzel kündigte überraschend an, zur Mai-Sitzung eine Vorlage für einen Aufhebungsbeschluss vorzulegen. „In Vertrauen auf diese Zusage der Verwaltung“ zog das Forum  21 den Antrag zurück. Im Februar war er mit zehn Nein-Stimmen abgelehnt worden.

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