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Fraktionswechsel : Politik-Erdrutsch in Steinburg

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Drei Gemeindevertreter verlassen die ABiS und wechseln zur CDU. Auch der FDP-Mann tritt den Christdemokraten bei. Bleibt Heidi Hack Bürgermeisterin.

In der Steinburger Gemeindevertretung wird es richtungsweisende Änderungen geben. Drei Mitglieder sind aus der ABiS-Fraktion von Bürgermeisterin Heidi Hack ausgetreten und zur CDU gewechselt. Neben Dr. Katrin Witt und ihrem Mann Hans-Werner Witt – er ist erst für Heiko Decker in die Gemeindevertretung nachgerückt – ist auch wieder einmal Jürgen Laufen mit dabei. Er hatte für Aufsehen gesorgt, als er 2008 auf der konstituierenden Sitzung sein SPD-Parteibuch zurück gab und in die ABiS eintrat. Grund für den jetzigen Wechsel der drei ABiS-Vertreter in die CDU sind nach Aussage der Bürgermeisterin interne Richtungsstreitigkeiten in der Fraktion. Außerdem wechselt FDP-Einzelkämpfer Christian Gerber zur CDU.

Mit dem Wechsel der vier Mandatsträger verändert sich die Sitzverteilung erheblich: Die CDU wird stärkste Fraktion. Sie verfügt dann über insgesamt zehn Mandate. Der ABiS verbleiben nur noch vier Sitze, die SPD hat unverändert drei Mitglieder in der Gemeindevertretung.

„Wir werden trotzdem weitermachen“, gibt sich Steinburgs Bürgermeisterin Heidi Hack kämpferisch. Freiwillig wird sie ihren Posten nicht räumen. „Ein Abwahlantrag ist noch nicht gestellt“, sagte sie. Und wenn er kommt, hofft die Bürgermeisterin auf die Loyalität der SPD, ohne deren Stimmen ein Abwahlantrag keine Chance hätte. Hack ist enttäuscht von den wechselnden Fraktionsmitgliedern. „Es geht ganz offensichtlich um persönliche Belange und nicht um das Wohl der Gemeinde“, urteilt Heidi Hack. „Es wird mit dem Wählerwillen Schindluder getrieben“, so die amtierende Bürgermeisterin. Ein Grund für sie und die verbleibenden ABiS-Fraktionsmitglieder weiterzumachen, sei, dass man ein solches Verhalten nicht durchgehen lassen wolle. „Außerdem sind wir den Wählern verpflichtet und werden nicht aufgeben“, so Heidi Hack. Sie sieht in dem Verhalten der vier Gemeindevertreter ein schlechtes Beispiel für die jungen Leute, die politisch interessiert sind. „Die Gemeindevertretung braucht junge Leute. Wenn die aber sehen, was hier abläuft, haben sie erst gar keine Lust, mehr sich politisch zu engagieren“, so die Steinburger Bürgermeisterin.

Auf der Gemeindevertretersitzung am Donnerstag, 15. Oktober, ab 20 Uhr in der Gaststätte Sporttreff in Eichede werden zunächst alle Ausschüsse der Gemeindevertretung neu gewählt. Dort werden sich nach den neuen Machtverhältnissen zahlreiche Änderungen ergeben. Eine Abwahl der Bürgermeisterin steht noch nicht auf der Tagesordnung. „Sollte eine Abwahl beantragt und ich abgewählt werden, dann ist das Demokratie“, so Heidi Hack.



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