Polit-Runde auf zwei Rädern

Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht mit Klaus Andresen (M.) und Klaus Griese (l.) vom Verschönerungsverein.
Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht mit Klaus Andresen (M.) und Klaus Griese (l.) vom Verschönerungsverein.

Vom Bahnhof bis zum Schulzentrum: Markante Punkte in Bargteheide abgefahren

shz.de von
05. August 2018, 15:29 Uhr

25 Radfahrer erkundeten gestern Bargteheide mit der Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht. So gab es von ihr Informationen aus erster Hand. Die Tour im Süden der Stadt und überwiegend abseits vom Straßenverkehr hatte Klaus Griese vom Verschönerungsverein ausgetüftelt. Der Verein bewirtete die Teilnehmer zum Schluss auch mit Würstchen und Getränken.

Erste Station war der Bahnhof. Hier dreht sich die Diskussion auch um das umstrittene Vorkaufsrecht der Stadt für den 160 m² großen Vorplatz mit den Fahrradständen. „Wir sind in Gesprächen mit den Erben des verstorbenen Eigentümers“, so die Bürgermeisterin, „auch das Verfahren läuft noch.“ Für die Umgestaltung des Bahnhofsumfelds könnten möglicherweise Mittel der Städtebauförderung genutzt werden.

Die Diskussion darüber müsse nach der Sommerpause konkreter werden. Das gelte auch für die Bebauungspläne für den Krähenwald. Bei den Gesprächen über das Projekt habe sich das Meinungsbild geändert, sagt die Bürgermeisterin. Denkbar sei eine verträglichere Bebauung der Fläche. Ein endgültiger Beschluss liege noch nicht vor. Nächster Schritt ist jetzt eine Veränderungssperre für das Bahnhofsumfeld während der Aufstellung eines neuen Bebauungsplans. Darüber entscheidet die Stadtvertretung diesen Mittwoch.

Eine Buslinie vom Bahnhof ins Gewerbegebiet ist bereits beschlossene Sache. „Der Kreis würde einen Stundentakt finanzieren“, sagt die Bürgermeisterin. Ein Halbstundentakt würde die Stadt etwa 40 000 Euro zusätzlich kosten. Die Verwaltung ist im Gespräch mit den Betrieben über eine Kostenbeteiligung. Für 50 Prozent gebe es bereits Zusagen, denn die Betriebe versprechen sich davon, neue Fachkräfte zu gewinnen, erläutert Kruse-Gobrecht.

Zum Thema Vandalismus beim Schulzentrum gebe es gute Ansätze für eine schlagkräftige Struktur. „Der Arbeitskreis Prävention und Intervention hat seine Arbeit aufgenommen“, so Kruse-Gobrecht. Unter Drogen- und Alkoholeinfluss und in der Gruppe wachse offenbar der Zerstörungsgeist, das sei aber auch Ausdruck einer gesellschaftlichen Entwicklung. Die Schadensmeldungen an die Versicherungen hätten kräftig zugenommen. Die Polizeikontrollen hätten aber schon Wirkung gezeigt, durch die Erklärung zum Gefahrengebiet haben die Beamten hier auch mehr Befugnisse erhalten. Einseitige Berichte über die Vorfälle schürten nur die Verunsicherung und seien deshalb nicht hilfreich, mahnt die Verwaltungschefin an.

Wie Jung und Alt gut zusammenarbeiten, das zeigt das Beispiel des Museums. „Wir arbeiten eng mit dem Jugendzentrum zusammen“, sagt Klaus Griese. Und Wilma Griese freut sich über die gelungene Ferienpassaktion des Verschönerungsvereins: „Wir werden das auch in den Herbstferien anbieten.“ Im Museum gibt auch die Waldorfschule Unterricht im Weben und Spinnen.

Eine offene Spinngruppe trifft sich im Museum am letzten Montag im Monat, die offene Webgruppe am zweiten Mittwoch im Monat jeweils ab 19 Uhr. Die ehrenamtliche Arbeit schlägt sich auch in den gestiegenen Besucherzahlen nieder. „Früher kamen im Schnitt etwa 1000“, sagt Klaus Griese, „zuletzt sind es 1400 gewesen.“

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