Bargteheide : Pokal oder Mettwurst für Oldtimer-Fahrer

Siegfried Biernatzky trat mit einem Peugeot 181 b, Baujahr 1928 zur Veteranenfahrt an.
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Siegfried Biernatzky trat mit einem Peugeot 181 b, Baujahr 1928 zur Veteranenfahrt an.

Imposante Veteranenfahrt des MSC Holstein in Bargteheide

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13. Juli 2015, 11:14 Uhr

135 Zwei- und Vierräder gingen beim Bargteheider Freizeitzentrum an den Start. Neben 40 Motorrädern waren auch viele Veteranen aus über 100 Jahren Automobilgeschichte zur Veranstaltung des MSC Holstein präsent. Vom Trabi bis zum Ferrari reichte die Fahrzeugpalette. Neben der Veteranenfahrt für mindestens 20 Jahre alte Fahrzeuge wurde zeitgleich eine touristische Ausfahrt für Motorräder und Autos organisiert.

Wie immer ging es dabei nicht um Geschwindigkeit, sondern um Geschicklichkeit. „Es kommt bei der Wertung vor allem auf Gleichmäßigkeit an“, erklärt Organisator Uwe Meins vom MSC. Eine definierte Strecke muss dabei mit möglichst gleichmäßiger Geschwindigkeit zurückgelegt werden. So kommen die Fahrer auf einen Schnitt von nur etwa 30 Stundenkilometer.

Fünf Zeitkontrollen passierten die Rallye-Teilnehmer auf der etwa 130 Kilometer langen Strecke durch Stormarn. Für die Wertungsprüfungen der Veteranen waren Straßenabschnitte für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Und für die touristischen Fahrer ohne Zeitwertung hatte Meins fünf Sonderaufgaben mit Spielen und Fragen vorbereitet. Etwa 70 Helfer unterstützen die Veranstaltung. Die Sieger erhielten Pokale und für die Letztplatzierten gibt es traditionell eine Mettwurst.

Siegfried Biernatzky trat mit einem Peugeot 181 b an, Baujahr 1928. „Den habe ich vor 35 Jahren in der Schweiz gefunden und bis zur letzten Schraube in alle Einzelteile zerlegt“, sagt er, „danach war bis heute Ruhe.“ Allerdings hat der Holzwurm der Karosserie zugesetzt, die innen aus Holz besteht und nur mit Blech beplankt ist.

Der Veteran war ursprünglich für den englischen Markt produziert worden. „Ungewohnt ist auch das Gaspedal angeordnet“, sagt Biernatzky: „Es sitzt zwischen Kupplung und Bremse.“ Er hat das einst nicht sachgerecht restaurierte Fahrzeug liebevoll instand gesetzt. Statt Kunststoffsitzen sind wieder welche aus Leder verbaut, das Verdeck wurde von Sattlern erneuert. „Die Blinkanlage wurde nachgerüstet, alles andere ist original.“

Der Peugeotmotor mit 1,6 Liter Hubraum und 40 PS läuft heute mit bleifreiem Benzin einwandfrei. „Früher hat man das Benzin oft in der Apotheke gekauft“, sagt Biernatzky. Er nutzt das Automobil für Rallyes und kutschiert manchmal bei Hochzeiten von Freunden. Über die hohen Kosten für die Restaurierung mag er nicht reden. „Irgendwann hört man auf zu zählen“, sagt er nur.

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