3. Liga : Plötzlich wird aus einem normalen Spiel doch ein besonderes für den VfB Lübeck

Keeper Lukas Raeder spielte einst beim FC Bayern München, bezwang am Sonntag mit dem VfB Lübeck den Nachwuchs des deutschen Rekordmeisters und blieb dabei zum dritten Mal in dieser Drittliga-Saison ohne Gegentreffer.
Keeper Lukas Raeder spielte einst beim FC Bayern München, bezwang am Sonntag mit dem VfB Lübeck den Nachwuchs des deutschen Rekordmeisters und blieb dabei zum dritten Mal in dieser Drittliga-Saison ohne Gegentreffer.

Keeper Lukas Raeder bleibt mit Fußball-Drittligist VfB Lübeck gegen seinen Ex-Club zum dritten Mal ohne Gegentor.

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22. November 2020, 18:27 Uhr

Lübeck | Noch vor dem Spiel gegen den amtierenden Meister hatte Lukas Raeder betont, dass die Drittliga-Partie gegen den FC Bayern München II für ihn nichts besonderes sei. Nach dem Abpfiff aber ballte der Schlussmann des VfB Lübeck seine Fäuste und schrie seine Freude über den vierten Sieg in Folge heraus. Letztlich wurde es nämlich doch noch eine besondere Partie – nicht nur für den 26-jährigen Torhüter, der gegen seinen alten Arbeitgeber zum dritten Mal in dieser Saison ohne Gegentreffer blieb.

Raeder sammelt bei Bayern und im Ausland Erfahrungen

Ausgebildet wurde der gebürtige Essener beim MSV Duisburg und Rot-Weiß Essen, ehe er in die U19 von Schalke 04 wechselte. Anschließend schloss sich Raeder dem Rekordmeister an, spielte in Bayerns U23 und durfte auch Erfahrungen bei den Profis sammeln. Zwei Bundesligaspiele und eine Partie im DFB-Pokal bestritt er, bei der Klub-WM 2013 und in der Champions-League 2014 zählte er zum Profikader. Als Pep Guardiola die Bayern übernahm und mit Pepe Reina einen weiteren erfahrenen Torhüter holte, war die Zeit des damals 20-Jährigen an der Isar abgelaufen.

Raeder ging nach Portugal zu Vitoria Setubal FC, wechselte 2017 nach England in die 2. Liga zu Bradford City und anschließend nach Essen zurück. 2019 holte ihn der VfB, für den der 1,94 Meter große Keeper am Sonntag sein 38. Spiel bestritt.

„Ich habe zwar noch Kontakt zu ehemaligen Mitspielern, aber aus meiner Zeit bei den Bayern ist heute niemand mehr dabei“, erklärte Raeder, der kaum Gelegenheit hatte, gegen die jungen Münchner seine Klasse unter Beweis zu stellen.

VfB-Joker im Fokus

In den Fokus rückten andere: Pascal Steinwender und Ersin Zehir zum Beispiel. Trainer Rolf Landerl hatte dem Stamm-Duo zu Beginn der zweiten englischen Woche die Möglichkeit gegeben, Kraft zu schöpfen und seine Startelf umgebaut. „Wir haben aus der ersten englischen Woche gelernt und jetzt auch personell die Möglichkeit zum Rotieren“, erklärte Landerl und lobte die zuletzt weniger berücksichtigten Soufian Benyamina und Thorben Deters, die das Vertrauen ihres Trainers mit einer guten Leistung zurückzahlten. „Das freut mich besonders“, sagte der 45-Jährige, dessen Entscheidungen sich am Sonntag allesamt als goldrichtig erwiesen: „Wir hatten natürlich einen Plan im Kopf, dass es auch so kommt und alles aufgeht, ist natürlich sensationell.“

Landerl liegt mit Entscheidungen richtig

Der Österreicher hatte darauf gebaut, dass der VfB als Kollektiv verhindert, dass die jungen Gäste ihre individuelle Qualität ausspielen. Als die Bayern zu zehnt müde wurden, setzte Landerl zudem auf die richtigen Joker. „In so einer Phase tut uns die Ballsicherheit von Ersin Zehir und die Geschwindigkeit von Pascal Steinwender gut“, sagte Landerl und hatte Recht. Beide sorgten für Schwung – und mit ihren Toren für die Entscheidung, sodass am Ende die Partie gegen die Bayern doch noch für viele Lübecker zu einer besonderen wurde.

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