Plötzlich viel Zeit

Felix  Grimbo.
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Felix Grimbo.

40 Tage bereiten wir uns auf das Fest der Auferstehung vor

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23. Februar 2017, 18:39 Uhr

Nun hat es dich auch erwischt. Alle anderen sind im Laufe des Winters ausgefallen und sogar der Konfirmationsunterricht musste ausfallen, da zwei Drittel der Kids nicht kommen könnten, aber ich fühlte mich immer gut. Und jetzt sitze auch ich hier im Wintergarten in dicke Decken gehüllt mit Wärmflasche, Tee und Halsbonbons.

Jetzt ist plötzlich viel Zeit. Gerade weil lesen und schreiben, die Arbeit noch nicht wieder geht, entsteht etwas Ruhe. Erst jetzt fällt mir auf, dass schon die ersten Schneeglöckchen im Pfarrgarten blühen und sich erste Knospen an Büschen und Bäumen gebildet haben. Auch wenn die Passionszeit erst beginnt, so sind doch erste Spuren des Lebens wieder sichtbar und die Tage werden länger.

Diese Vorbereitungszeit hat eine doppelte Bewegung. Während wir immer mehr über den Tod nachdenken, wird um uns herum das Leben immer reicher.

Wenn am Mittwoch Menschen mit dem Kreuz aus Asche auf der Stirn aus der Kirche kommen, erinnert das daran, wo die Geschichte hinführt. Aus dem „Hosianna“-Jubel beim Einzug Jesu nach Jerusalem, wird bald der „Kreuzigt ihn“-Ruf vor seiner Hinrichtung.

Sieben Wochen, 40 Tage werden wir uns auf das Fest der Auferstehung vorbereiten. So wie ich bei meiner Zwangspause zum Nachdenken komme, wird es auch in der Kirche stiller werden und wir werden üben hinzuschauen, welche Zeichen von Tod und Leben uns längst umgeben. Und dann wird es Frühling sein.

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