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Stormarner Tageblatt

14. Dezember 2017 | 09:38 Uhr

Gesperrt : Plötzlich ist der Weg weg

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Verbindung zwischen Krahnkoppel und Lübecker Straße ist gesperrt. Anlieger sind verärgert. Das Bauamt sucht nach Alternative.

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erstellt am 07.Sep.2013 | 09:00 Uhr

Hoppla, was ist das denn. Plötzlich ist da Flatterband quer über den Weg gespannt, ein rostiges Gitter versperrt provisorisch den Durchgang. Die Anlieger der Krahnkoppel trauten ihren Augen nicht. „Verbindungsweg aufgehoben“ steht da auf einem notdürftig mit Kabelbindern befestigtem Zettel. „Morgens war der Weg einfach weg“, ärgert sich Reiner Boll: „Niemand wusste, ob das vorübergehend sein soll, weil da beispielsweise Bäume beschnitten werden, oder ob das endgültig ist. Was ist das für eine Informationspolitik der Stadt?“ Inzwischen wissen die Anlieger: Es ist endgültig.

Vom Wendum führt ein Fußweg zur Krahnkoppel runter. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurde der bisher fortgeführt – durch ein idyllisches Biotop zur Lübecker Straße. „Wenn man zum Bahnhof will, ist das ein viel kürzerer Weg“, erklärt Peter Stoltenberg. „Ehmkenberg, Wendum – die nehmen alle diese Abkürzung“, ergänzt seine Nachbarin Heike Boll. „Der Weg hat für die Bevölkerung der nordöstlichen Wohngebiete große Bedeutung, da er eine immissionsarme Verbindung, losgelöst von der stark belasteten Bundesstraße, zur Innenstadt darstellt und der Naherholung dient“, heißt es in der Begründung des Bebauungsplans. Der Weg sei ausdrücklich Bestandteil des Wander- und Wegenetzes, erinnert sich Peter Stoltenberg: „Deshalb mussten wir dafür auch nicht bezahlen.“

Allerdings wurde der Weg nie so geführt wie in den Plan-Unterlagen ursprünglich eingezeichnet. In der Begründung wurde zwar ein Enteignungsverfahren vorgeschlagen, um an die benötigten Flächen zu kommen. Da es aber eine Alternative gab, die an der ehemaligen Dienstvilla des Stadtwerke-Chefs vorbei führte, musste zu diesen Mitteln nicht gegriffen werden. Ein Streifen des Gartens wurde kurzerhand abgezweigt, eine Hecke gepflanzt, und allen war gedient. Als die Villa an einen Privatmann verkauft wurde, hat die Stadt dummerweise nicht gleich Fakten geschaffen und den Streifen behalten, sondern lediglich ein zeitlich befristetes Wegerecht vereinbart.

Nach Aussage der Anlieger soll das bis Mai kommenden Jahres gelten. „Wir wussten alle, dass das Wegerecht nächstes Jahr wegfällt“, räumt Peter Stoltenberg ein. Die Anlieger wiegten sich aber in Sicherheit, als die Stadt im Frühjahr eine Brücke in der Grünanlage sanieren ließ. „Das fragt man sich doch warum, wenn der Weg dicht gemacht werden soll“, wundert sich Reiner Boll.

Doch die Stadt will ihn gar nicht schließen. „Wir wollten den Weg erhalten“, versichert Bauamtsleiterin Karin John: „Es gab Verhandlungen, aber mit dem Ergebnis: Der Weg muss zurück gebaut werden. Die große Überraschung ist, dass es so schnell geschehen ist.“ Auslöser waren aber die Vereinigten Stadtwerke, die da noch vertraglich in der Pflicht stehen.

Vermutlich wurde seinerzeit lediglich ein befristetes Wegerecht vereinbart, weil man in der Stadtverwaltung glaubte, bis zu dessen Auslaufen eine Alternative zu haben. Aber oftmals ist nichts so beständig wie ein Provisorium. Das jetzt dahin ist.

„Wir haben wahrgenommen, da gibt es einen Bedarf“, versichert Karin John: „Wir müssen uns als Verwaltung zusammensetzen und schauen, was geht. Wir wollen eine Möglichkeit schaffen, aber auch niemanden über die Maßen belasten.“

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