Bad Oldesloe : Platzvergabe für Kitas weiter unklar

Mit zahlreichen Unterstützern fordert die Initiative Eltern für Eltern mehr Mitspracherechte bei Kita-Themen.
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Mit zahlreichen Unterstützern fordert die Initiative Eltern für Eltern mehr Mitspracherechte bei Kita-Themen.

Die Sozialausschussmitglieder ließen sich in der Festhalle zwei Verfahren zur Vergabe von Kitaplätzen vorstellen. Die Kitaträger und -leiter sind dagegen und pochen auf individuelle Aufnahmekriterien.

Andreas Olbertz. von
08. Mai 2015, 06:00 Uhr

Seit über einem Jahr gärt der Antrag der FBO – einstimmig angenommen – , in Bad Oldesloe eine zentrale Annahmestelle für die Kindergartenanmeldungen einzurichten. Auch nach der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses ist die Stadt nicht weiter.

Zwei Verfahren wurden den Politikern und den zahlreich erschienenen Mitgliedern einer neue Elterninitiative ausführlich vorgestellt. Der Städtebund arbeitet zusammen mit dem Land an einer Softwarelösung. Dezernentin Marion Marx stellte das Projekt dar. „Die landesweite Kita-Datenbank hat nichts mit einer zentralen Anmeldestelle zu tun“, machte sie allerdings sofort deutlich. Die Software, die sich noch in der Feinabstimmung befindet, soll unter anderem ein Infoportal für Eltern werden. Nach verschiedenen Kriterien können Interessenten in der Datenbank einen Kindergarten suchen lassen und sehen auch gleich, ob es freie Plätze gibt.

Wenn die Datenbank gut gepflegt wird, kann aktuell der Bestand an freien oder frei werdenden Stellen sowie ein Abgleich mit der Warteliste erfolgen. Das soll dazu führen, dass die Abstimmung zwischen Trägern und Kommune erleichtert und die Bedarfsplanung optimiert wird.

Der große Vorteil: Eltern füllen online eine Voranmeldung aus in der sie für verschiedene Kitas ihre Priorität angeben. Durch einen Abgleich mit dem Melderegister wird jedes Kind nur ein mal geführt. Das soll eine enorme Erleichterung bringen. Die Eltern erhalten einen Code mit dem sie sich innerhalb einer bestimmten Frist im Kindergarten ihrer Wahl melden müssen. Erst dann kann die Anmeldung verbindlich werden. Die Entwicklungskosten von rund 300.000 Euro übernimmt das Land, spätere Kosten unbekannt. In Kürze wird eine Testphase mit ausgewählten Kommunen beginnen – Oldesloe könnte in das Programm aufgenommen werden.

Ganz anders der Ahrensburger Weg, den Cornelia Beckmann erläuterte. Schon seit Jahrzehnten werden in der Schlossstadt die Kitaplätze zentral von der Stadt vergeben. Eltern haben nur eine Anlaufstelle: Das Rathaus. Die Kitas bekommen dann die Kinder nach gemeinsam entwickelten Kriterien zugewiesen. Das ist mit viel Verwaltungsaufwand verbunden – Ahrensburg hat dafür 3,5 Stellen vorgesehen, deren Kosten in den Kitagebühren enthalten sind.

Die Oldesloer Träger und Kitaleitungen sind sich einig, dass sie eine zentrale Vergabe ablehnen und pochen auf ihrem Recht, die Plätze selber zu vergeben.

Die SPD hat sich klar für das Ahrensburger Modell ausgesprochen, will die Kosten aber nicht umlegen. Die Grünen lehnen eine zentrale Vergabe ab, und die CDU hat noch Beratungsbedarf – also tut sich vorerst nichts. Unverbindlich soll sich die Verwaltung mal die Kita-Datenbank ansehen. Ob der Bürgermeister das will, ist offen. Die Elternvertreter befürchten zusätzliche Kosten und äußerten Verständnis für die ablehnende Haltung der Kindergärten.

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