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Stormarner Tageblatt

19. August 2017 | 08:21 Uhr

Ahrensburg : Plattdeutsche Szenen einer Ehe

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die niederdeutsche Bühne „Ahrensburger Speeldeel“ zeigt Ende Februar „Fröhstück bi Kellermanns“ im Alfred-Rust-Saal

Werner Otto wedelt mit der Serviette in der Luft, Christine Henz zieht an ihrer Zigarette. Jeder Handgriff sitzt, jede Beweung scheint choreographiert. Keine Frage: Die beiden Schauspieler und ihr Team von der Ahrensburger Speeldeel der niederdeutschen Bühne der Stormarner Schlossstadt sind bereit für die Premiere ihres Stückes „Fröhstück bi Kellermanns“. Hunderte Stunden haben sie in den vergangenen neun Monaten geprobt, ganze Wochenenden geopfert und das alles für bisher feststehende drei Auftritte im Alfred-Rust-Saal der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule.

„Daher arbeite ich so gerne mit Laienschauspielern. Sie haben eine echte Leidenschaft für das, was sie tun. Sie müssen es nicht machen, um in ihrer Karriere weiterzukommen oder um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Es ist eine wahre Freude“, so Regisseur Michbert Scheben. „Es gibt sicherlich auch gute und sympathische Profis, aber mit denen hatte ich dann wohl noch nie zu tun“, sagt der erfahrene Schauspieler-Dirigent und lehnt sich in seinem Sitz grinsend zurück. „Nein, im Ernst. Ich finde es großartig, was hier an Energie eingebracht wird. Es macht riesigen Spaß und die beiden Schauspieler sind zwar Laien, aber gut eingespielt und mit viel Engagement dabei“, führt er aus.

Die Idee war schon vor einigen Jahren gereift. Werner Otto hatte das Stück selbst aus dem Publikum erlebt und beschlossen, dass er selbst gerne die Rolle des Rudi Kellermann spielen würde. „Doch in all dieser Zeit habe ich keine Bühnenpartnerin dafür gefunden. Das musste sich erst ergeben“, sagt Otto, für den es ungefähr – so seine eigene Schätzung – die 28. Produktion ist, bei der er auf der Bühne steht. Seit vielen Jahren ist er bei der Speeldeel dabei. Christine Heinze ist seit drei Jahren bei der niederdeutschen Bühne in Ahrensburg aktiv. Vorher stand sie aber auch schon in anderen Orten auf der Bühne.

In „De Kaktusblööt“ spielte sie zum ersten Mal mit Otto zusammen. „Das hat einfach gepasst. Wir haben uns gut verstanden“, blickt sie zurück. Als sie Otto dann fragte, ob sie mit ihm zusammen auch in einem Zwei-Personen-Stück auf die Bühne zurückkehren würde, sagte sie zu.

Die Herausforderung in Sachen Intensität ist natürlich nochmal eine andere. „Die gesamte Zeit über stehen wir auf der Bühne. Es sind höchstens mal wenige Sekunden, die man Zeit hat zu verschnaufen, wenn man ganz kurz abgeht. Ansonsten wird konzentriert durchgespielt“, erklärt Otto. Das mache aber auch den Reiz von Zwei-Personenstücken aus. „Der Text ist natürlich auch viel umfassender“, ergänzt ihr Bühnenpartner. „Privat werden“ – wie es in der Theatersprache heißt – ist nicht möglich. Von dem Moment an, in dem sie die Bühne betreten, bis zum Applaus heißt es also: Fest in der Rolle bleiben.

Das Team ließ sich auch nicht vom Projekt abbringen, als Michbert Scheben gleich mehrere Wochen krankheitsbedingt ausfiel. Mit Errki Hopf konnte für diese Zeit ein prominenter Interims-Regisseur gefunden werden, der Scheben sehr gut vertrat. Kein Wunder, denn Hopf arbeitet ansonsten am berühmten Ohnsorg Theater. „Über gute Verbindungen dorthin, konnten wir ihn für das Projekt gewinnen“, erklärt Otto.

„Was die beiden mit ihm erarbeitet haben, war großartig. Sie haben das komplette Stück an einem Wochenende durchgespielt. Und das perfekt. Ich war beeindruckt, als ich aus meiner Krankenzeit zurückkam“, ist Scheben begeistert. Und so zicken sich die beiden Schauspieler auf der Bühne nun gekonnt als alterndes Ehepaar gegenseitig im Streit um Erziehungsversäumnisse und kleine Ehedramen an. Während sich nämlich Lotte Kellermann sehr gut damit arrangiert, dass die Tochter erwachsen geworden ist, ist Rudi Kellermann noch nicht ganz bei dieser Einsicht angekommen.

Premiere feiert das komödiantische, plattdeutsche Theaterstück am Donnerstag, 23. Februar (20 Uhr). Weitere Aufführungen sind am 24. Februar und am Freitag, 3. März (je 20 Uhr). Wer kein Abo der niederdeutschen Bühne besitzt, kann Karten zwischen 7 und 12 Euro an den Markt-Theaterkassen in der Großen Straße 15a in Ahrensburg und in der Rathausstraße 25 in Bargteheide erwerben.

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erstellt am 07.Feb.2017 | 06:00 Uhr

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