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Stormarner Tageblatt

28. Juni 2017 | 21:03 Uhr

Nach Razzia : Planten sie einen Anschlag?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

In Hamburg beginnt der Prozess gegen die in Stormarn festgenommenen mutmaßliche IS-Terroristen.

Drei mutmaßliche Mitglieder der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) müssen sich ab Dienstag, 13. Juni, 9 Uhr, in Hamburg vor Gericht verantworten. Ihnen wird Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vorgeworfen, wie das Hanseatische Oberlandesgericht gestern mitteilte. Die drei mutmaßlichen IS-Terroristen im Alter von 18, 19 und 26 Jahren waren Mitte September 2016 in Flüchtlingsunterkünften in Großhansdorf, Ahrensburg und Reinfeld festgenommen worden.

Den syrischen Staatsangehörigen wird vorgeworfen, sich in der Dschihadisten-Bastion Al-Rakka, der Terrormiliz angeschlossen zu haben. Einer von ihnen soll dort laut Gericht eine kurze Einweisung im Umgang mit Waffen und Sprengstoff erhalten haben. Alle drei Männer sollen sich gegenüber dem örtlichen IS-Funktionär verpflichtet haben, nach Europa zu reisen. Planten sie hier einen Anschlag?

Die Bundesanwaltschaft wirft den Männern vor, sie hätten in Deutschland entweder einen bereits erhaltenen Auftrag ausführen oder auf weitere Anweisungen warten sollen. Dafür hätten sie Bargeldbeträge (jeweils mindestens 1000 US-Dollar) sowie Mobiltelefone mit einem vorinstallierten Messenger-Dienst erhalten.

Zudem seien sie mit teils gefälschten syrischen Reisepässen ausgestattet worden.

Nach Erkenntnissen der Anklagebehörde war das Trio am 11. November des Jahres 2015 mit Hilfe eines vom IS organisierten und finanzierten Schleusers in die Türkei gelangt. Von dort seien sie auftragsgemäß zunächst über Izmir nach Griechenland und weiter über die sogenannte Balkanroute in Richtung Deutschland gereist. Zwar seien die Männer später in Slowenien getrennt worden. Spätestens am 2. Dezember 2015 seien sie in der Erstaufnahmeeinrichtung in Boostedt bei Neumünster aber wieder aufeinander getroffen. Hier hätten sie einander ihrer Bereitschaft versichert, weiterhin den Islamischen Staat unterstützen zu wollen.

Die Verhandlung findet vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg und nicht vor dem OLG in Schleswig statt, weil es eine entsprechende Vereinbarung zwischen beiden Ländern für Staatsschutzsachen gibt. Die Angeklagten sitzen in verschiedenen Haftanstalten des Schleswig-Holsteins in Untersuchungshaft.

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