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Stormarner Tageblatt

24. November 2017 | 17:54 Uhr

Bad Oldesloe : Pläne für Post-Areal geplatzt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Eigentümer entzieht dem Investor die Verfügungsvollmacht für das Grundstück. Neue Interessenten sollen allerdings schon bereit stehen.

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erstellt am 17.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Da waren erst mal alle sprachlos: Bürgermeister Tassilo von Bary teilte den Stadtverordneten mit, dass das Projekt Trave Arkaden – das neue Fachmarktzentrum auf dem Postgelände – geplatzt sei. „Der Besitzer hat mir schriftlich mitgeteilt, dass der Investor nicht mehr die Verfügungsgewalt über das Grundstück hat“, so der Verwaltungs-Chef: „Der Kaufvertrag ist hinfällig.“

Das ist ein Schlag für die Oldesloer Innenstadt. Auf dem Projekt ruhten viele Hoffnungen, es gab aber auch teils deutliche Kritik. Investoren sind – oder genauer: waren – das Osnabrücker Ehepaar Alexandra und Hans Jürgen Weber. Sie wollten das Post-Gebäude abreißen lassen und dort einen Fachmarkt bauen. Rewe sollte Hauptmieter werden, dazu ein Drogeriemarkt von Budnikowsky, selbstverständlich ein Bäcker und der Bio-Discounter „Denn’s“. Gegen den regte sich deutlicher Widerstand. Kritiker befürchten negative Auswirkungen auf die Innenstadt. Ob die Postbank mit einer Filiale im Neubau vertreten sein würde, ist unklar. Fakt ist: Die Postbank wird vorerst nicht ausziehen. „Bis Ende Mai bleiben wir in der Bestandsimmobilie“, teilte Sprecher Ralf Palm mit. Was danach komme, sei offen.

Auch für die Stadt ist völlig unklar, wie es in diesem Areal weiter geht. „Das bedeutet erst mal Stillstand“, sagte von Bary auf Nachfrage: „Meine Mitarbeiterinnen im Bauamt sind natürlich total frustriert. Nun muss sich die Eigentümerin Lorac um einen neuen Investor bemühen.“ Dem Vernehmen nach, soll schon ein Interessent parat stehen. Wer das ist und was er dort plant, ist aber nicht bekannt.

Bürgermeister von Bary ist zuversichtlich: „Ich kann mir vorstellen, dass Rewe und Budni weiterhin an einem Mietvertrag interessiert sind.“ Und was ist mit „Denn’s“? Klare Aussage vom Verwaltungs-Chef: „Ich habe zum Eigentümer gesagt, wenn sie schlau sind, sollten sie davon Abstand nehmen, um sich Probleme vom Hals zu halten.“

Die Planungen für die Trave Arkaden waren schon weit gediehen. Dem „Bio-Krieg“ zum Trotz (wir berichteten) war der vorhabenbezogene Bebauungsplan mit knapper Mehrheit verabschiedet worden. Damit hätte quasi Baurecht bestanden. Dazu kam es aber nicht, weil ein Durchführungsvertrag mit der Stadt vom Investor nicht unterschrieben ist. Ohne Baurecht gibt es kein Geld von der Sparkasse. Ging das Vermietungskonzept nicht auf, wurde der Kredit doch nicht bewilligt oder haperte es an den Mietern im Gebäude und ihren Forderungen für eine Auflösung ihrer Verträge? Das Ehepaar Weber war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. „Erst wieder nach Ostern“, hieß es aus der Zentrale von Immokonzept.

Kathrin Jalaß, die in dem bestehenden Gebäude eine Ergotherapie-Praxis betreibt und noch einen Mietvertrag für die nächsten zehn Jahre hat, weist jedenfalls alle Schuld von sich. „Ich hatte seit Wochen keinen Kontakt mehr zu Herrn Weber. Der hat sich nicht für eine Lösung eingesetzt. Ich zahle die Miete immer noch an Lorac.“ Sie vermutet, dass die keine Lust mehr hatte, sich von Webers weiter hinhalten zu lassen, was die Überweisung des Kaufpreises angeht. Katrin Jalaß sagt: „Webers waren nicht die einzigen Interessenten. Andere haben sich bei mir erkundigt, zu welchen Konditionen ich das Gebäude verlassen würde und hatten mit meinen Forderungen kein Problem.“ Sie ist sich deshalb ziemlich sicher, dass es mit einem anderen Interessenten zu einer Einigung kommen werde.

Für einen neuen Investor gibt es dann zwei Möglichkeiten: Entweder er beginnt völlig bei Null und lässt einen auf sein Projekt zugeschnittenen Bebauungsplan erstellen – mit allen benötigten Gutachten. Oder er einigt sich mit Webers und kauft ihnen die bereits erstellte Planung ab. Dann könnte es relativ schnell gehen.

 

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