Auszeichnung vom Bundespräsidenten : Pionier des Niederdeutschen

Heinrich Thies  aus Glinde erhielt von Ministerpräsident Torsten Albig (re.) den Verdienstorden der Bundesrepublik .
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Heinrich Thies aus Glinde erhielt von Ministerpräsident Torsten Albig (re.) den Verdienstorden der Bundesrepublik .

Verdienstorden der Bundesrepublik für Heinrich Thies aus Glinde und Heinrich Grüter aus Großhansdorf.

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25. Juni 2014, 06:00 Uhr

Bundespräsident Joachim Gauck hat sechs ehrenamtlich engagierte Schleswig-Holsteiner mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland geehrt, darunter zwei Stormarner, Heinrich Thies aus Glinde und Heinrich Grüter, Großhansdorf. Ministerpräsident Torsten Albig überreichte die Auszeichnungen gestern in Kiel.

Heinrich Grüter engagiert sich vier Jahrzehnten im politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bereich. Seit 1974 setzt er sich als Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft der Mittel- und Großbetriebe des Einzelhandels für die norddeutsche Kooperation ein. In Hamburg und Schleswig-Holstein, dann auch in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen sowie in Bremen hat er Pionierarbeit geleistet und starke Impulse gesetzt. Als Geschäftsführer des „Trägerverbunds Projekt Innenstadt e. V.“ macht er sich für die Entwicklung der Hamburger Innenstadt einschließlich der Hafencity stark.

In seiner Heimatgemeinde Heinrich war Grüter viele Jahre kommunalpolitisch aktiv. Er war im Vorstand der Bürgerinitiative „Mehr Sicherheit in Großhansdorf e. V.“ tätig und ist Vorsitzender der Ortsgruppe im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Seit 1984 ist der Großhansdorfer zudem ehrenamtlicher Richter, und zweieinhalb Jahrzehnte war in der Deutschen Rentenversicherung Nord engagiert.

Noch länger, seit mehr seit mehr als drei Jahrzehnten setzt sich Heinrich Thies für das Niederdeutsche ein. Er hat sich dafür stark gemacht, dass Niederdeutsch durch die Landesverfassung abgesichert wird, in die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen aufgenommen wurde, und Schulfach wurde: Ab August wird an 27 Grundschulen im Land Niederdeutsch angeboten. Auch dass die plattdeutschen Namen wieder auf Ortsschildern stehen dürfen, ist es ihm zu verdanken.

In Glinde war er Ideengeber, Gründer und Leiter des Heimat- und Bürgervereins von 1982, mit dem er das Heimatmuseum in der alten Mühle aufbaute und mehrere Veranstaltungsreihen initiierte, unter anderem „Hör mal ’n beten to“. Als Vorsitzender baute er die Fehrs-Gilde von einer Literaturgesellschaft zu einer Gesellschaft für niederdeutsche Sprachpflege, Literatur und Sprachpolitik um.

Um das Niederdeutsche modern zu halten, aktualisierte und erweiterte er das Wörterbuch zum „neuen SASS“ und mit seiner „SASS Plattdeutsche Grammatik“ schuf 2010 die erste benutzerfreundliche Gebrauchsgrammatik. Beides sind heute Standardwerke. Die SASS’schen Schreibregeln werden von den Schulbehörden von Hamburg und Schleswig-Holstein empfohlen und liegen den Textheften für „Schölers leest Platt“ zugrunde. Als zweiter Vorsitzender der Fehrs-Gilde und als Mitglied im Ausschuss für Niederdeutsch und Friesisch des Heimatbundes arbeitet Heinrich Thies nach wie vor aktiv für die Regionalsprache.

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