Pilotprojekt gegen Katzenjammer

Heike Reher (mit Kater Gustav) macht mobil gegen das Katzenelend. Das Tierheim beteiligt sich am landesweiten Pilotprojekt.
1 von 2
Heike Reher (mit Kater Gustav) macht mobil gegen das Katzenelend. Das Tierheim beteiligt sich am landesweiten Pilotprojekt.

Oldesloer Tierheim beteiligt sich auch an der zweiten Kastrationsaktion des Landes / Start am Montag

shz.de von
28. Januar 2015, 11:09 Uhr

„Momentan haben wir nur 60 Katzen im Tierheim“, freut sich Heike Reher. Das war nicht immer so. In Hochzeiten beherbergte das Tierheim bis zu 150 Katzen. Dank der ersten Kastrationsaktion im Herbst sei die Zahl deutlich zurückgegangen. Landesweit wurden 1525 Kätzinnen und 893 Kater kastriert. Das sei auch gut so, denn so würden die Kosten des Tierheims deutlich reduziert, es gebe weniger freilaufende, kranke Katzen und etwaige negative Auswirkungen auf Vögel und Kleintiere verringerten sich.

Das Oldesloer Tierheim beteiligt sich auch an der zweiten Kastrationsaktion, die am Montag, 2. Februar, beginnt und bis Ende des Monats läuft. „Es ist ein Pilotprojekt gegen das Katzenelend in Schleswig-Holstein“, erklärt die Vorsitzende. Mit dem landesweiten Projekt sollen Katzenhalter dafür gewonnen werden, ihre Tiere kastrieren zu lassen. Ziel sind landesweit 5  000 kastrierte und gechippte Katzen im ersten Jahr.

„Das muss jetzt geschehen, bevor die Katzen rollig sind“, so Reher. Drei Mal jährlich könne eine Kätzin „belegt“ werden. Das mache dann jährlich bis zu 30 Nachkommen. Gleich nach dem ersten Wurf sei eine Kätzin wieder zeugungsfähig. Gerade bei freilaufenden Katzen in Dörfern und auf Bauernhöfen käme da ganz schnell eine riesige Population zusammen. 75  000 freilaufende Katzen werden in Schleswig-Holstein geschätzt. Ein Teil der Tiere überlebt nicht, ist verletzt, von Parasiten befallen oder leidet an Infektionskrankheiten.

„Kastration ist Tierschutz“, betont die engagierte Leiterin des Tierheims. „Sie hilft, Leben zu retten.“ Im Rahmen des Projektes können Empfänger existenzsichernder Leistungen ihre Kätzinnen und Katzen kostenlos kastrieren lassen. Fundkatzen werden im Oldesloer Tierheim von einer Tierärztin ebenfalls kostenlos kastriert. Wer mit seiner weiblichen Hauskatze zum Tierarzt geht, bezahlt dort anstatt 125 Euro nur 55 Euro. 20 Euro der Kosten steuert der Tierschutz aus einem Fond von 10  000 Euro bei, auch der Tierarzt verzichtet auf einen Teil seines Honorars. „Wer eine herrenlose Katze findet, kann sie gern im Tierheim zum Kastrieren vorbeibringen. Die Katze wird auch gechippt und danach an ihren Ursprungsort zurückgebracht“, erklärt Heike Reher.


zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert