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Stormarner Tageblatt

23. September 2017 | 06:05 Uhr

Reinfeld : Pflegeheime weiterverkauft

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Nach dem Verkauf der Immobilien in Reinfeld und Ahrensburg kündigt der neue Besitzer an, 35 Millionen Euro investieren zu wollen.

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erstellt am 10.Jul.2017 | 06:00 Uhr

2014 war der Verkauf der ehemaligen Alten- und Pflegeheime des Kreises in Ahrensburg und Reinfeld nach Protesten von Gewerkschaft und Mitarbeitern in letzter Minute gescheitert, auch 2015 gab es große Diskussionen, an deren Ende aber das Okay für den Verkauf an die WOB Immobilien GmbH stand.

Dass der Kreis überhaupt ein Mitspracherecht hat, liegt an den Verträgen von 2011, als das Krankenhaus in Bad Oldesloe im Paket mit den beiden Einrichtungen an Asklepios veräußert wurde. Für seine damaligen Mitarbeiter hatte der Kreis ausgehandelt, dass die Bedingungen für öffentliche Arbeitgeber bis 2021 gelten müssen.

Das war neben dem Investitionsstau ein Punkt, warum Asklepios die Heime loswerden wollte, und das war natürlich auch der Knackpunkt in den Verkaufsverträgen. Das gelang erst mit der WOB Immobilien GmbH.

„Wenn wir wieder ablehnen, wird das wohl der letzte Investor gewesen sein“, hatte CDU-Fraktionsvorsitzender Joachim Wagner 2015 gesagt. Er hatte nicht recht. Die bayrische Firma hat die beiden Stormarner Heime weiterverkauft – ohne dass der Kreis überhaupt eingebunden worden wäre oder es gar eine öffentliche Diskussion gegeben hätte. In den Verträgen war schlicht kein Passus vorhanden, der dem Kreis ein Mitspracherecht bei einem Weiterverkauf eingeräumt hätte.

Neuer Besitzer der Heime in Ahrensburg und Reinfeld ist die Terragon aus Berlin. Auf deren Internetseite werden zwar explizit Aachen, Augsburg, Darmstadt, Regensburg, Wiesbaden, Olpe, Hochtaunuskreis, Starnberg, Erlangen-Höchstadt und Rosenheim sowie Berlin, Potsdam, Leipzig, Dresden, Rostock, Erfurt und Jena genannt, wo man Grundstücke suche, man habe aber auch „seit langem ein Projekt in Hamburg und Umgebung gesucht“, so Geschäftsführer Dr. Michael Held. „Wir kannten WOB und haben angefragt, ob Bereitschaft bestünde, das Projekt abzugeben.“

Terragon übernimmt dabei nicht nur Grundstücke und Gebäude – wofür ein weiteres Mal Grunderwerbssteuer fällig wurde – sondern auch das Konzept der WOB und den Betreiber, die inter pares GmbH aus Berlin, die für Stormarn die A+R Betriebsgesellschaft gegründet hat. Und die Zusagen, die die WOB in Bezug auf die Mitarbeiter gemacht hat, „werden vollinhaltlich eingehalten“, sagt Held. Zudem sind sie durch Bürgschaften der WOB abgesichert.

In Ahrensburg, wo die Arbeiten bereits begonnen haben, und in Reinfeld, wo noch ein B-Plan aufgestellt wird, sollen insgesamt 35 Millionen Euro in ein Pflegeheim und ein Wohnprojekt investiert werden. Zunächst wird das Pflegeheim in den nächsten 18 Monaten umgesetzt und im Anschluss dann die Wohnungen gebaut.

Ähnlich will Terragon in Reinfeld vorgehen, wo rund 25 Millionen Euro investiert werden. Für das Pflegeheim liegt die Baugenehmigung bereits vor.

Das Gelände am Reeshoop ist knapp 13  500 Quadratmeter groß. Geplant sind 100 Pflegeplätze in 95 Ein-Bett-Appartements und sechs Partnerzimmer. Je zwölf Zimmer bilden eine Wohngruppe mit einer weiteren Küchenzeile, Tagesraum und Terrasse. Der erste Neubau, das Pflegezentrum, soll Ende Oktober fertig sein. Dahin sollen dann die Bewohner des aktuellen Gebäudeensembles umziehen. Zudem sind 50 Einheiten für betreutes Wohnen und fast 50 „normale“ Wohnungen vorgesehen.

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