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Bad Oldesloe : Pflaster-Art – die Innenstadt wird zur großen Bühne

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Bad Oldesloe lädt am Wochenende zum ersten Festival mit Straßenkünstlern in die Fußgängerzone ein. Eine Veranstaltungs-Premiere in der Stadt.

Da steht uns ja was ins Haus – oder genauer gesagt: Da steht uns was in die Fußgängerzone. Am Wochenende lädt die Stadt zusammen mit „Bajazzo Veranstaltungen“ zur ersten „Pflaster Art“ ein. An acht Standorten in der Innenstadt werden internationale Straßenkünstler und lokale Musiker auftreten, die Fußgängerzone wird zur großen Bühne – von der Hindenburgstraße über den Marktplatz bis zur Hude. Freitag um 12 Uhr geht es los, Sonnabend ab 11 Uhr treten die ersten Künstler auf, um 22 Uhr ist Schluss. Sonntag wird von 11 bis 18 Uhr Programm geboten.

Die Idee ist nicht wirklich neu, die hatten auch Klangstadt und die GOK schon. Nur umgesetzt wurde sie noch nicht. Ende vergangenen Jahres hat sich Tabea Braun von der städtischen Kulturabteilung daran gemacht. „Man fängt an, ein bisschen rumzuspinnen“, berichtet sie, „und am Ende wird etwas Ganzes draus.“

Mit Dirk Hellmann von „Bajazzo Veranstaltungen“ fand sie in Bargfeld-Stegen einen Partner mit internationalen Kontakten zu Clowns, Jongleuren und Akrobaten. „Wir kaufen kein Konzept von woanders“, sagt Kulturchefin Inken Kautter, „wir präsentieren nichts, was einfach hier so landet.“ Vielmehr bestehe das Programm zur Hälfte aus lokalen Künstlern. „Das befördert sich gegenseitig“, ist Kautter überzeugt. Mit „Days of Northern Lights“ und „Exzenter“ treten zwei Bands auf, die im Keller des Kub in den dortigen Probenräumen ihre Heimat haben.

Den Künstlern wird nicht viel mehr als jeweils ein Stromanschluss zur Verfügung stehen. „Damit müssen sie klarkommen. Wenn wir Bühnen und Dächer aufbauen, ist die Hälfte des Etats schon aufgegessen, bevor es losgeht“, erklärt Inken Kautter. Deshalb sei bewusst auf große Werbemaßnahmen verzichtet worden. Auch das summiere sich schnell auf einige tausend Euro. Das gebe das Budget nicht her. Die Künstler erhalten keine Gagen, lediglich Fahrtkostenerstattung. Nach jedem Auftritt wird ein Hut rumgehen, darin wird der Lohn für die Artisten eingesammelt.

Wenn das Festival zum Erfolg werde und die Massen deshalb in einigen Jahren nach Oldesloe strömen, selbst dann werde es sich nicht selber finanzieren können. Inken Kautter: „Kultur wird immer ein Zuschussgeschäft sein. Zumindest wenn sie gut sein soll. Die bringt den Benefit für die Stadt auf anderem Weg zurück.“

Beim Pflaster-Art-Festival gehe es nicht um Kommerz und Konsum, sondern um „wach gucken“. Um Diskussionen, welche Darbietungen vor einem Geschäft richtig oder falsch seien, auszuschließen, wurde der Termin bewusst nicht mit einem verkaufsoffenen Sonntag kombiniert. Ganz auf Konsum muss natürlich niemand verzichten. Selbstverständlich würden auf dem Markt einige Verzehrstände aufgebaut.

„Wir freuen uns schon tierisch auf den Spirit auf dem Pflaster“, erzählt Hanna Dreu, Frontfrau von „Days of Northern Lights“: „Es ist ein saugeiles Gefühl, wenn Leute stehen bleiben, sich um einen scharen und applaudieren.“ Bassist Philipp Ellerbrock weiß nach einigen Straßenauftritten in Lübeck: „Es wird immer mehr und die Stimmung wird immer besser.“ Die Einnahmen aus der Hutgage wandern in die Bandkasse. Hanna Dreu: „Wir brauchen dringend eine Musikanlage. Da ist das für uns eine gute Gelegenheit.“

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 16.Mai.2017 | 06:00 Uhr

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