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Stormarner Tageblatt

22. Oktober 2017 | 19:53 Uhr

Pfingsten

vom

Fest des Heiligen Geistes

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Beim allerersten Pfingstfest waren die Jüngerinnen und Jünger in einem Privathaus in Jerusalem versammelt: Hier fühlten sie sich sicher. Hier hatten sie das Gefühl, vielleicht kann die Sache Jesu doch weiter gehen, auch wenn er nicht mehr leibhaftig bei uns ist. Wenigstens unter uns, in unserer Gemeinschaft.

Da kommt - so heißt es in der Bibel - plötzlich ein wehendes Rauschen, ein gewaltiger Wind vom Himmel. Und das gemütliche Miteinander, das Gefühl der Geborgenheit ist vorbei. Von außen kommt etwas nach innen, dringt in ihre Runde ein.

Ein Wind ist zu hören, ein unheimliches Brausen. Auch zu sehen ist das, was herein kommt in ihre Runde und sie verändert: es sind Feuerzungen, hell glänzend und lodernd, und sie setzen sich "auf einen jeden von ihnen." Wind und Feuer: was hier von außen in die scheinbar geschlossene Gemeinschaft kommt, ist nichts Harmloses und Unbedeutendes. Es ist ein kräftiger Geist, der alles verändert, was innen ist.

Vorbei ist es mit dem gemütlichen Miteinanderreden, wo alle das sagen und hören, was sie schon immer geredet, gehört und gewusst haben! Der Wind und das Feuer stiften innen Unruhe - und treiben die drinnen nach draußen. Denn die neue Sprache lohnt sich ja erst richtig außerhalb des Hauses.

Alle, die draußen stehen, hören sie in ihrer Sprache reden, allen ist Gottes Wort verständlich. Egal, woher sie sind. "Wir hören sie in unseren Sprachen von den großen Taten Gottes reden", so wundern sich die Zuhörer.

Draußen und drinnen fein säuberlich getrennt? Seit Pfingsten funktioniert das in der Kirche nicht mehr! Seit Pfingsten weht ein neuer Geist von außen in die Kirche und setzt Christinnen und Christen in Bewegung, führt sie in die Welt!

Der Geist, der mit Jesus in die Welt gekommen ist, drängt nach draußen: das ist nichts, was im Verborgenen geschieht, in einer verschworenen Gemeinschaft, die sich selbst genug ist. Vielmehr drängt der Geist Gottes zur Mitteilung. Gibt einen Anstoß. Öffnet die Gemeinschaft.

Grenzen werden überwunden. Menschen können miteinander reden, die sich bis dahin nicht verständigen können. Um von Gottes großen Taten zu hören, davon wie er Menschen befreit, wie er Ungerechtigkeit überwindet, müssen sie nicht erst eine neue Sprache lernen: nein, jeder Mensch kann in seiner Kultur bleiben, der Geist will zu ihm kommen.

Zu Pfingsten feiern wir den Heiligen Geist, der Grenzen überwindet. Er setzt uns in Bewegung und erfüllt uns. Mit Freude, Begeisterung, Zuversicht.

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