Bargteheide : Pendler für Rad-Parkhaus am Bahnhof

Fragebögen auf  Fahrrad-Gepäckträgern am Bahnhof.
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Fragebögen auf Fahrrad-Gepäckträgern am Bahnhof.

Die Fragebögen zu einer Umfrage der Bargteheider Grünen sind jetzt ausgewertet. Das Ergebnis geht an den Ausschuss für Planung und Verkehr und soll dort diskutiert werden.

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16. Juni 2014, 10:19 Uhr

Zirka 450 Fahrräder werden täglich am Bargteheider Bahnhof geparkt, Tendenz steigend. Diese Zahl hat der SPD-Ortsverein bereits früher ermittelt. Bisher stehen die Räder auf der Stadtseite teilweise unter einem Dach, größtenteils aber ungeschützt, in Fahrradständern neben dem Bahnhofsgebäude. Im Zuge der Neuplanung des ruhenden Verkehrs rund um den Bahnhof haben die Grünen zusammen mit der SPD vorgeschlagen, in Gleisnähe ein Fahrrad-Parkhaus zu bauen.

Der Ortsverband der Grünen wollte es genauer wissen, ob diese Idee im Sinne der Betroffenen ist. Dazu haben Horst Loebus und Rolf Ebbers im März am Bahnhof 150 Fragebögen verteilt und weitere an den parkenden Rädern hinterlassen. 59 Radler haben die Fragebögen bearbeitet und zurück geschickt. Das sind 13 Prozent der potenziellen Nutzer.

Ergebnis: Mehr als drei Viertel der Befragten (77 Prozent) würde ein Fahrrad-Parkhaus begrüßen und nutzen. 56 Prozent würden es gut finden, wenn mit der Abstellmöglichkeit eine Service-Station verbunden wäre. 33 Prozent legen Wert auf abschließbare Einzelboxen. Ebenfalls drei Viertel wünschen sich, dass das Radhaus durchgehend 24 Stunden, also auch für Schichtarbeitende und Nachtschwärmer, geöffnet ist. Eine Lademöglichkeit für Elektro-Räder wird von elf Prozent der Befragten gewünscht. Priorität hat bei den meisten Radfahrenden der kurze Weg vom Fahrrad zum Zug: 81 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen die Nähe zum Bahnsteig noch wichtiger sei als ein sicherer Stellplatz.

Dass es sich bei den Befragten tatsächlich um die typischen Pendlerinnen und Pendler handelt, zeigen die erhobenen Zahlen zur Zusammensetzung der Teilnehmenden: Fast alle (93 Prozent) kommen regelmäßig mit dem Fahrrad zum Bahnhof, die meisten aus Richtung Westen (Bahnhofstraße). Die große Mehrheit (88 Prozent) fährt zu den typischen Berufsverkehrszeiten. 64 Prozent sind zwischen 35 und 60 Jahre alt, rund ein Drittel ist älter oder jünger.

Der Ortsverband möchte die ermittelten Zahlen dem Ausschuss für Planung und Verkehr mitgeben, der am 19. Juni tagt (Ratssaal, 18 Uhr). Mit auf der Tagesordnung: die Überplanung des Bahnhofsbereichs im Hinblick auf den ruhenden Verkehr (Bebauungsplan 37, 5. Änderung). Zu diesem Tagesordnungspunkt haben die Grünen die Verwaltung um aktuelle Zahlen zum Bedarf gebeten: Wie viele Pkw-Stellplätze werden wirklich benötigt? Bringt die S4 tatsächlich eine so viel höhere Nachfrage mit sich, wenn es für Bargteheide doch bei der stündlichen Abfahrt/Ankunft bleibt? „Nur zu den Stoßzeiten morgens und abends soll der Takt auf 20 Minuten verdichtet werden“, erklärt Angelika Schildmeier von der Grünen. Werden dann nicht viele Autofahrer aus dem Umland gleich weiter fahren nach Ahrensburg-Gartenholz, wo eine große Park & Ride-Anlage geplant ist?, fragt sie.

Die Grünen möchten vermeiden, dass die Bargteheider P & R-Anlage unnötig groß geplant wird. Hintergrund ist das grüne Anliegen, den wertvollen Baumbestand der Grundstücke „An den Stücken“, den „Krähenwald“, zu erhalten. Ein großes Parkdeck, wie es derzeit für das Areal im Gespräch ist, würde hier einen massiven Eingriff darstellen.

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