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Stormarner Tageblatt

23. Oktober 2017 | 12:33 Uhr

Pazifist und General

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Reinfelder Nachdenkjahr – diesmal: Paul von Schoenaich und seine Zeit

Der Kriminalpräventive Rat und die VHS laden im „Reinfelder Nachdenkjahr 2013 – 80 Jahre nach 1933“ zu einem Vortrag ein. Helmut Donat, Historiker und Verleger aus Bremen spricht über Paul von Schoenaich: „Pazifist in unfriedlicher Umgebung“ am Sonntag, 1. September, um 15 Uhr in der Alten Schule, Matthias-Claudius-Straße 8. Vorher, um 11.30 Uhr, ist ein Besuch des Stadtmuseums möglich mit dem Schwerpunkt Paul von Schoenaich und seine Zeit.

Nach dem Vortrag ist Gelegenheit zu einer Tasse Kaffee im Gut Trenthorst, das vom Oldesloer Unternehmer Bölck der Deutschen Friedensgesellschaft unter Paul von Schoenaich zur Verfügung gestellt worden war.

Gegenüber der Reinfelder Kirche im Park steht ein großer Feldstein zur Erinnerung an Paul von Schoenaich,der in Reinfeld von 1919 bis zu seinem Tod im Jahr 1954 lebte. Besonders bemerkenswert: Die Hauptstraße wurde am 16. Februar 1946, seinem 80. Geburtstag, schon zu seinen Lebzeiten in Paul-von-Schoenaich-Straße umbenannt. Pazifist und General – wie geht das zusammen? Wer sein schon seit langem abgerissenes Haus an der Ahrensböker Straße / Ecke Herrenhusen noch erlebt hat, erinnert sich vielleicht an die Aufschrift „Aus der Kette“:
Ein Kommando aus der Seefahrt. Wenn der Anker fiel, rauschte die Kette mit Tempo über das Deck und konnte höchst gefährlich werden, wenn man ihr zu nahe kam.

Für Paul von Schoenaich bedeutete dies, so schreibt er 1928 in seinem Buch „Zehn Jahre Kampf für Frieden und Recht“, frei zu sein von den Zwängen der Gesellschaft und des Erwerbs, als er 1919 nach 28 erfolgreichen Berufsjahren zunächst als Marineoffizier und zuletzt als Generalmajor im Kriegsministerium sich Reinfeld als Alterssitz auswählte. Seine Schriften, vehemente Plädoyers für Frieden und Gerechtigkeit und Stellungnahmen zur deutschen und zur Weltpolitik, können die Leser auch heute noch beeindrucken durch sein starkes Engagement, seine oft klare Analyse und seinen politischen Weitblick.

>Am Karpfenfest-Sonntag kann man Paul von Schoenaich näher kennen lernen und Antworten auf die Fragen erhalten. Der Eintritt ist frei, es gibt eine Hutkasse.

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