Pastoren-Abschied - Ende einer Ära

Wird heute in Neuenbrook verabschiedet: Theodor Möller (li.) mit seinem Nachfolger Thomas Bruhn. Foto: vm
Wird heute in Neuenbrook verabschiedet: Theodor Möller (li.) mit seinem Nachfolger Thomas Bruhn. Foto: vm

Theodor Möller übernimmt neue Aufgabe im Kirchenkreis / Kremper Pastor Thomas Bruhn betreut Neuenbrooker Gemeinde jetzt mit

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16. Juni 2012, 08:12 Uhr

Neuenbrook | In Neuenbrook geht heute Nachmittag eine Ära zu Ende: 27 Jahre lang hatte Theodor Möller die Geschicke der Kirchengemeinde geleitet, acht Jahre vor Ablauf seiner regulären Amtszeit wird er sich nun neuen Aufgaben im Kirchenkreis widmen. Im Rahmen eines Abschiedsgottesdienstes um 14 Uhr mit anschließendem Empfang im Gemeindehaus wird Propst Dr. Thomas Bergemann den gebürtigen Itzehoer offiziell von seinen Aufgaben entpflichten - und anschließend den Kremper Seelsorger Thomas Bruhn zum Beauftragten für die Gemeinde Neuenbrook ernennen. Bei seiner Arbeit, die auch die Betreuung von Rethwisch einschließt, wird Bruhn von seinem Lägerdorfer Kollegen Thomas Johannsen unterstützt.

"Ich wäre gerne noch geblieben", bekennt Theo Möller. Dagegen steht allerdings die Umsetzung des Pfarrstellenplanes auf Kirchenkreisebene, mit dem der demografischen Entwicklung und der schrumpfenden Zahl von Gemeindemitgliedern Rechnung getragen wird. Seine ersten beruflichen Sporen hatte sich Möller in Dithmarschen und Angeln verdient - bis ihn der Ruf des damaligen Propstes Johannes Gerber erreichte. Die Gemeinde Neuenbrook bedeutete für den einstigen KKS-Schüler "die Rückkehr in die Heimat". Die Pfarrstelle habe er allerdings eher "wüst und leer" vorgefunden. Es folgten einige Jahre Aufbauarbeit und schließlich - wie sich Möller gerne erinnert - eine lebendige Gemeinde. Die Aktivitäten reichten von Herbstmarkt und Staudentausch über Gemeindeausflüge bis zum Folkloretanzkreis. Zeitweise sorgte Möller mit ergiebigen Fängen aus dem eigenen Karpfenteich sogar für zusätzliche Einnahmen für die Gemeindekasse. "Das ist alles weg", bedauert Möller die Entwicklung insbesondere in den vergangenen fünf Jahren. Inzwischen sei es auch immer schwieriger geworden in einer schrumpfenden Gemeinde auch nur ausreichend Helfer zu finden. Auch die Zahl der Gottesdienstbesucher sei immer weiter zurückgegangen. Immerhin: Geblieben seien zweimal im Jahr von Edith Breiholz gestaltete, sehr erfolgreiche Gottesdienste, das monatliche und ehrenamtlich organisierte Essen für Senioren in Rethwisch und die Arbeit mit Konfirmanden.

Allein in Neuenbrook, so hat Möller hochgerechnet, habe er rund 1300 Mal auf der Kanzel oder am Altar gestanden. Der neuen Aufgabe blickt er mit Interesse entgegen. Möller wird künftig jeweils dreimonatige Vertretungen für die Pastoren übernehmen, die sich eine entsprechende Auszeit nehmen wollen. Zusätzlich bleibt er weiterhin für die Gemeinde Neuenkirchen zuständig.

Auf Thomas Bruhn kommt nun die Aufgabe zu, die neue Lücke in Neuenbrook füllen zu müssen. Er geht es positiv an und verweist auf das Gemeindelied, mit dem der heutige Gottesdienst schließen soll: "Vertraut den neuen Wegen." Theo Möller hat inzwischen den großen Schlüssel für sein Gotteshaus in der Hand - für eine symbolische Übergabe an den neuen Hausherrn. Verblüfft stellt Bruhn dann fest, dass der Neuenbrooker Kirchturm mit rund 43 Metern höher als der Kremper ist. "Damals hatten die Menschen noch viel Geld", sagt Möller schmunzelnd und erinnert sich an einen der Höhepunkte seiner Amtszeit, als seine Kirche 1991 ihr 100-jähriges Bestehen feierte.

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